1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Vorbeugen gegen Einbruch

Dormagen : Vorbeugen gegen Einbruch

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit steigt auch die Zahl der Einbrüche. Die Polizei informierte gestern vor dem historischen Rathaus, wie sich Bürger schützen können. Die NGZ hat die wichtigsten Tipps zusammengefasst.

Dora Meißner (Name geändert) hat Angst. Nur eine Stunde lang war sie zur Abendmesse aus dem Haus. Als die Dormagenerin zur ihrer Souterrainwohnung heimkehrte, war nichts wie vorher: Einbrecher hatten ihr zu Hause verwüstet, der Schmuck war weg. "Ich traue mich nicht mehr wegzufahren", sagt sie. Jochen Hilgers kennt das Problem. Der Hauptkommissar informierte gestern vor dem historischen Rathaus über die Einbruchproblematik. "Bei einem Einbruch dringt jemand in unsere Privatsphäre ein, manch einer wirft danach lieber auch seine Zahnbürste weg und fährt nicht mehr in den Urlaub", so Hilgers, der die Bürger am Mittwoch aufklärte, wie sie sich gegen Einbrecher schützen können.

Wohnung sichern "80 Prozent aller Einbrecher dringen über das Fenster ein", erklärt der Polizist. Wie schnell ein Fenster aufgehebelt ist, demonstriert Hilgers mit einem Ruckeln seines Schraubenziehers. Der Sicherheitsexperte empfiehlt eine so genannte Pilzkopfverriegelung und eine einbruchhemmenden Verglasung. Wichtig sei, dass der Einbruchschutz sich nach den aktuellen Sicherheitsnormen richte und der Handwerker qualifiziert sei. Hilgers: "Fenster sollten natürlich nicht auf Kipp stehen."

Richtiges Verhalten "Das Haus oder die Wohnung sollten bewohnt aussehen", erklärt Hilgers. Dafür können auch Tricks verwendet werden. Das Radio, den Fernseher oder das Licht anlassen — insbesondere wenn es früher dunkel wird. "Wer in den Urlaub fährt, sollte seinen Nachbarn bitten, die Post aus dem Briefkasten zu nehmen", erklärt der Sicherheitsmann.

Gefahrenzonen Besonders von Einbrechern betroffene Gebiete gebe es in Dormagen zwar nicht, aber: "In Erdgeschosswohnungen wird natürlich schneller eingebrochen." Auch Fenster, die über einen Carport oder ein Garagendach erreichbar sind, sollten besonders gesichert werden. In Mehrfamilienhäusern sind zudem Wohnungen, die direkt unter dem Dach liegen, ein begehrtes Einbruchsziel. Walter Seiler, Bezirkspolizist in Dormagen, ergänzt: "Wohnungen in der Nähe der Autobahn sind tendenziell häufiger von Einbrüchen betroffen."

Schnell reagieren "Wenn Bürger ein Verdächtiger auffällt, sollen sie schnell reagieren und die 110 wählen", so Walter Seiler. Verdächtig kann zum Beispiel ein langsam durch die Siedlung fahrendes Auto sein.

Nachbarschaftshilfe Der Bezirkspolizist appelliert an alle Dormagener, sich gegenseitig zu helfen. Die Polizei stellt entsprechende Aufkleber zur Abschreckung von Einbrechern zur Verfügung.

Kontrollen In der dunklen Jahreszeit kündigt die Polizei allerdings auch verstärkte Wachsamkeit an. Wann die so genannten TWE-Kontrollen stattfinden, wollte Walter Seiler aber nicht verraten.

(NGZ)