Dormagen: Vom Nicht-Tänzer zum Tanz-Trainer

Dormagen : Vom Nicht-Tänzer zum Tanz-Trainer

Michael Hecker ist IT-Fachmann und hatte mit Tanzen nichts am Hut - bis ihn eine Nachbarin mit zum Line Dance nahm. Heute ist er Trainer der "Lucky Sunshine Dancers", die jeden Sonntag in der Gaststätte "Manes am Bösch" trainieren.

Es soll in erster Linie einfach Spaß machen. Dass auch Bewegung dazu kommt, ist ein weiterer positiver Effekt. So ist jeden Sonntagnachmittag der Saal der Gaststätte "Manes am Bösch" besetzt mit Frauen und Männern, die sich zu Musik bewegen wollen, und das in einer Reihe. Sie sind begeistert vom Line Dance und nennen sich die "Lucky Sunshine Dancers". Acht sind sie zurzeit, hoffen aber sehr, dass neue Line-Dance-Begeisterte zu ihnen finden und bleiben, wie Michael Hecker, den eine Nachbarin aufforderte, sich das Ganze doch einmal anzusehen. Das war vor gut sechs Jahren. Heute ist der 46-Jährige Trainer der Gruppe. "Und das, obwohl ich eigentlich immer ein überzeugter Nicht-Tänzer war", sagt er und lacht. Mittlerweile ist er nämlich auch im Standard-Tanz aktiv und hat zusätzlich einen Stepptanz-Kurs belegt.

2008 trafen sich die Tänzer noch im Vereinsheim des Neusser Kleingartenvereins "Deutsche Scholle". Leiter der Truppe war damals Peter Hoffmann. Der heute 60-Jährige war erst 2006 von Frankfurt/Oder nach Neuss gezogen. Dort hatte er Ende der neunziger Jahre bereits eine Line-Dance-Gruppe gegründet, nachdem er die Vorstellung einer Berliner Gruppe gesehen und anschließend in Berlin Kurse besucht hatte. "In Neuss fehlte uns dann das Tanzen sehr", sagt Hoffmann. "Uns" - damit sind auch seine Frau Ellen sowie sein Sohn Till, heute 14 Jahre alt, gemeint, der bereits mit fünf Jahren begeistert die Choreographien "in Reihe" mittanzte.

Als die Räumlichkeiten im Neusser Norden zu eng wurden, fand die Truppe in Ückerath neue - in der Gaststätte "Manes am Bösch". Dort trainiert die "Interessengemeinschaft" - "Wir sind kein Verein", sagt Hecker - seit über drei Jahren. Auch den ein oder anderen Auftritt haben die "Lucky Sunshine Dancers" bereits hinter sich. "Doch das ist nicht unser Hauptanliegen", sagt Michael Hecker. In erster Linie sei es wichtig, sich zu treffen, Spaß zu haben und sich bei guter Musik zu bewegen. Das Motto der Tänzer lautet "Line Dance ist top - von Country bis Pop" und räumt mit dem Vorurteil auf, dass ausschließlich zu Country-Musik getanzt wird. Die Choreographien, die Hecker einstudiert, haben einen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad. "Line Dance kann man auch als Leistungssport betreiben", erzählt er. Doch damit will er potenziellen "Neuen" keine Angst machen, in Ückerath geht es locker und lustig zu. Zehn Euro zahlen die Mitglieder pro Monat. "Damit bezahlen wir die Gema-Gebühren, und von dem, was übrig bleibt, machen wir dann den ein oder anderen Ausflug", sagt der Trainer. Damit die Schritt-Kombinationen für einen Tanz richtig sitzen, sind schon drei Übungssonntage nötig. "So gesehen ist Line Dance auch ein ziemlich gutes Gedächtnis-Training", weiß Michael Hecker aus Erfahrung.

Ende November werden sich die "Ückerather" in Solingen mit anderen Line-Dance-Gruppen treffen, und gemeinsam tanzen. "Das ist ein tolles Gefühl, wenn wir mit 100 oder mehr Tänzern auftreten", sagt Hecker, der sich fast schon nicht mehr vorstellen kann, was er in seiner Freizeit gemacht hat, als es für ihn noch keinen Line Dance gab. "Wenn ich im Auto sitze und Musik höre, überlege ich sofort, ob wir die für einen neuen Tanz gebrauchen können."

(NGZ)