Volkstrauertag in Dormagen „Die Erinnerung lebendig halten“

Dormagen · Vize-Bürgermeisterin Katja Creutzmann hielt die sensible Gedenkrede am Volkstrauertag auf dem Ehrenfriedhof in der Dormagener Stadtmitte.

Gedenken an die Opfer von Gewalt und Hass auf dem Ehrenfriedhof in Dormagen.

Gedenken an die Opfer von Gewalt und Hass auf dem Ehrenfriedhof in Dormagen.

Foto: Susanne Dobler

Anders als in vielen Jahren zuvor, als tristes, regnerisches Wetter ein passender Begleiter der Gedenkfeiern am Volkstrauertag war, herrschten Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen bei der Zentralfeier auf dem Dormagener Ehrenfriedhof, die vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit Unterstützung der Reservistenkameradschaft Dormagen organisiert worden war und zu der Bürgermeister Erik Lierenfeld und ie erste stellvertretende Bürgermeisterin Katja Creutzmann viele Bürger begrüßten. Creutzmann war es, die als Hauprednerin sehr persönliche Worte an diesem Tag fand.

„Mehr und mehr verstummen die Stimmen, die uns aus dem Zweiten Weltkrieg berichten können“, so Creutzmann. „Es ist also umso wichtiger, dass wir alle hier gemeinsam, auch wenn wir diese Zeit nicht persönlich erlebt haben, die Erinnerungen zur Mahnung lebendig zu erhalten. Wir müssen uns selbst und den jüngeren Generationen immer wieder vor Augen halten, welche schrecklichen Folgen Hass, Krieg und Gewalt haben. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und das Erinnern dürfen nicht aufhören. Neben Zeit für Trauer über zahlreiche schmerzliche Verluste soll der Volkstrauertag aber auch ein Symbol für Frieden, Versöhnung, Verständigung und Hoffnung sein.“

Die Gedanken der Teilnehmer waren bei den unzähligen Opfern, die durch Krieg und Gewalt gewaltsam zu Tode gekommen sind. Nur, weil sie einem anderen Volk angehörten oder ihren Glauben anders lebten. „Wir gedenken der Opfer von Gewaltherrschaft und politischer Willkür. Der Opfer von Krieg und Gewalt.“ Der Volkstrauertag ist ein „stiller Tag“. Creutzmann: „Gerade in der heutigen hektischen Zeit ist es wichtiger denn je, in sich zu gehen.“ Sie las dann aus einer Erzählung von Angela Ziemann aus dem Buch 1945 „Das Kriegsende“, entnommen der historischen Schriftenreihe der Stadt Dormagen. Darin geht es um die Schilderung eines Luftangriffs und der Flucht in den Luftschutzbunker unddie Ängste dort. Creutzmanm: „Diese Schilderungen ereignen sich aktuell nur ein paar Flugstunden von uns entfernt in der Ukraine. Auch dort haben viele Menschen jetzt diese Angst! Es sind unzählige Frauen, Männer, Väter, Mütter, Kinder, Menschen wie du und ich, die diese Angst jetzt und heute spüren.“

(schum)
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