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Dormagen: Viele Erstklässler nicht geimpft

Dormagen : Viele Erstklässler nicht geimpft

Die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung zeichnen kein allzu gutes Bild von Dormagener i-Dötzchen: zu selten Teilnahme an der U9-Untersuchung und Impfungen, zu viele Kinder mit Koordinationsstörungen.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke spricht vorsichtig von "nicht in allen Belangen zufriedenstellenden Ergebnissen", die eine Untersuchung der Schulneulinge 2011 ergeben hat. Dormagen schneide in Teilbereichen sogar ausgesprochen schlecht ab: Unter allen kreisangehörigen Städten und Gemeinden belegt Dormagen bei den Schutzimpfungen für Kinder den letzten Platz. Und in der Sportstadt Dormagen reicht es in der Kategorie Koordinationsstörungen nur zu Rang sechs. Es gibt auch eine gute Nachricht: Bei Kindern mit Verhaltensstörungen schneidet die Stadt am besten ab. Eine Übersicht der wichtigsten Ergebnisse:

Vorsorgeuntersuchung U 9 Bei den Früherkennungsuntersuchung ("U") müssen nach Ansicht von Carsten Rumpetin, Abteilungsleiter Gesundheitsförderung im Rhein-Kreis, das "soziale Frühwarnsystem verbessert werden". Meerbusch (92,9 Prozent), Kaarst (93,8), Grevenbroich (90,1) oder Rommerskirchen (92,3) liegen bei der Teilnahme an den U9-Untersuchungen deutlich vor Dormagen mit nur 85,7 Prozent.

Gewicht Je nach Bildungsstatus und Stadtteilen gibt es dort große Unterschiede. Auch ist Übergewicht bei Kindern mit Migrationshintergrund wesentlich höher. Auch dort schneidet Dormagen mit 11,8 Prozent übergewichtigen und fettleibigen Kindern im Kreisvergleich (Kaarst: 8 Prozent) schlecht ab.

Verhaltensstörungen In diesem Bereich macht die Stadt offenbar vieles richtig, denn mit nur 5,9 Prozent verhaltensauffälligen Kindern liegt Dormagen klar an der Spitze. Zum Vergleich: Neuss 14, Grevemnbroich 9,6 und Rommerskirchen 11,6 Prozent.

Körperkoordination Den zweitschwächsten Wert hinter Neuss erreicht die Sportstadt Dormagen. Fast jedes fünfte Kind weist Bewegungsstörungen auf. "Der Bewegungsförderung durch Kita, Schule und Verein kommt eine immer stärkere Bedeutung zu", so Rumpetin.

Schutzimpfungen Eigentlich liegt der Impfstatus bei den Kindern im Rhein-Kreis auf einem erfreulich hohem Niveau. Ausnahme: Dormagen. Mit 82,9 Prozent liegt die Stadt zum Beispiel um zehn Prozentpunkte hinter Rommerskirchen. "Hier besteht eine größerer Handlungsbedarf als in den anderen Kommunen", so Rumpetin, Mitverfasser der Studie Schuleingangsuntersuchungen.

Jugenddezernent Gerd Trzeszkowski sieht "Handlungsfelder" und "Verbesserungspotenziale". Im Gespräch mit dem Rhein-Kreis Neuss soll im Detail erörtert werden, "wo Dormagen besser werden kann".

(url/ila/url)