Verkehr in Dormagen: Zonser lehnen Park-Konzept der Stadt ab

Verkehr in Dormagen : Zonser lehnen Park-Konzept der Stadt ab

Anwohner befürchten Eingriffe in Natur und Erscheinungsbild der Zollfeste. Eine Alternative hat die Zonser CDU bei ihrem Forum ins Spiel gebracht: Ein neuer Parkplatz auf dem Eselpark-Gelände vor den Toren von Zons.

Die Idee klingt verlockend und erhielt sofort jede Menge Beifall der zahlreichen Besucher beim Forum Zons des CDU-Ortsverbandes in der Pfarrscheune: Per Bürgerantrag schlagen die CDU-Mitglieder Norbert Sijben, Andrea Lenden und Sabine Prosch vor, die Touristen bereits vor den Toren von Zons „abzufangen“ und auf einen Parkplatz zu leiten. Das hätte den Vorteil, so Sijben, dass die Zons-Besucher gar nicht erst durch die teils enge Deichstraße zum Rheintorparkplatz oder über die Zonser Nebenstraßen auf Parkplatzsuche fahren müssten. Denn dieser Parkdruck durch viele, teils verkehrswidrig geparkte „Fremd-Fahrzeuge“ nervt viele Zonser, wie erneut deutlich wurde.

Ausgeguckt haben sich die Antragsteller das Gelände des jetzigen Eselparks an der Aldenhovenstraße 100. „Wir haben mit dem Betreiber Peter Norff gesprochen, der bereit wäre, seine Flächen zu tauschen“, sagte Sijben. Bedingung dafür wäre „ein adäquates Grundstück im Gegenzug“, wie Norff unserer Redaktion bestätigte. Denn eins sei klar: „Natürlich werde ich den Eselpark weiterführen.“ Norff spricht sich klar dafür aus, „den größten Parkverkehr aus Zons rauszuhalten“.

Für Michael Bison, Geschäftsführer der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen (SWD), ist diese Alternative eine „weitere Idee, deren Realisierungs-Chancen noch zu prüfen sind“, weist er auf Eigentumsverhältnisse und Landschaftsschutz hin. „Ich bin über jeden konstruktiven Vorschlag dankbar, der hilft, die Parksituation zu entschärfen“, sagte er. Das modifizierte Park-Konzept der SWD und der Stadt Dormagen für Zons, das Bison vorgestellt hatte, lehnten die Anwohner am Donnerstag ab. Die Sicht auf Zons dürfe nicht weiter zugestellt werden, zudem würde im Landschaftsschutzgebiet Natur unnötigerweise vernichtet, wenn nördlich vom Rheintorparkplatz (B auf der Grafik) Bäume für neue Stellplätze (A) gefällt würden.

Wo jetzt die Esel im Eselpark Zons von Peter Norff leben, könnte – nach einem Flächentausch – ein neuer Parkplatz entstehen. Das schlagen CDU-Mitglieder per Bürgerantrag vor. Foto: Carina Wernig

Auch die Überlegung, zwischen Rheintorparkplatz und Rheintorplatz, Wohnmobilisten (C) unterzubringen, kritisierten gleich mehrere Besucher als „störend“ für alle Beteiligte, schließlich würden Wohnmobilisten lieber etwas außerhalb und nicht auf dem „Präsentierteller“ unterkommen – eben auf dem Flügeldeich-Parkplatz (E). Doch der soll zum Teil bebaut werden, so die Pläne der Stadt, die jedoch auch auf Widerstand bei den Zonsern trafen.

„Unsere Überlegungen, neue Parkflächen zu generieren, fußen auf den für dieses Bauvorhaben wegfallenden 40 Parkplätzen“, wies SWD-Geschäftsführer Michael Bison darauf hin, „nicht auf Teufel komm raus“ neue Plätze schaffen zu wollen. Er erinnerte an das Versprechen von Bürgermeister Erik Lierenfeld aus der Bürgerversammlung, die Bebauungspläne nur bei vorherigem Ersatz für diese Parkplätze weiterzuverfolgen. Die politische Mehrheit für die Teilbebauung des Parkplatzes am Flügeldeich wackelt inzwischen. Denn CDU-Fraktionsvorsitzende Kai Weber legte sich am Donnerstagabend öffentlich fest: „Wir als CDU lehnen die Bebauung des Flügeldeichs und auch das Parkkonzept ab.“ Der Bürgerantrag sei ein guter Weg, den Verkehr größtenteils aus Zons herauszuhalten, so Weber.

Der Bürgerantrag wird in einer der nächsten Ratssitzungen auf die Tagesordnung kommen, wo dann entschieden wird, ob ihm gefolgt und eine Prüfung der Möglichkeit eines Großparkplatzes an der Aldenhovenstraße veranlasst wird.

Für Veranstaltungen müsse durchaus auf „Event-Parkplätze“ zurückgegriffen werden, so Bison, der auf das Gesamtkonzept verwies, das stimmen müsse. „Wir wollen die Lebensqualität der Bürger in Zons erhalten und ein hochwertiges Tourismus-Angebot, von dem die heimische Wirtschaft profitiert“, betonte Bison. Dabei gebe es unterschiedliche Meinungen auch aus der Bürgerschaft. „Am Ende ist es immer ein politischer Abwägungsprozess“, so Bison.

Die Autorin Carina Wernig kommentiert hier.

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