Verkehr in Dormagen-Delhoven: Die Anbindung Pfauenstraße polarisiert.

Verkehr in Dormagen : Anbindung Pfauenstraße polarisiert

Verkehrsuntersuchung: SPD scheint bereit zu sein, den CDU-Antrag zu unterstützen.

Der Vorstoß des CDU-Ortsverbands Dormagen für eine Verkehrsuntersuchung in Delhoven stößt nicht überall auf Begeisterung. Schon gar nicht bei der Initiative „Verkehrsregelung in Delhoven mit Bedacht und Augenmaß“. Die hatte sich bereits im vergangenen Herbst sehr kritisch geäußert, als es darum ging, ob das Wohnviertel östlich der Josef-Steins-Straße an die Klosterstraße angebunden werden soll. So auch jetzt: Als „völlig überzogen und nicht notwendig“ bezeichnet Rechtsanwalt Wilhelm Meller, einer der Initiatoren der IG, dieses Vorgehen.

Weil Anwohner die Verkehrsentlastung bei der letzten Bürgerversammlung der CDU in Delhoven wieder angesprochen haben, will diese jetzt mehr Fakten haben. Das soll mittels einer Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans nur für Delhoven geschehen, sagte Ortsverbands-Vorsitzende Elke Wölm in der vergangenen Woche und kündigte einen entsprechenden Antrag für die nächste Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses an. Jurist Meller bezweifelt die Sinnhaftigkeit. Er sagt: „Zunächst sollte doch erst einmal sachlich geprüft werden, ob eine solche Untersuchung und ebenso eine neue Straße tatsächlich erforderlich ist. Und: Geht das überhaupt rechtlich?“ Er gesteht den betreffenden Anwohnern zwar zu, dass an deren Haustüren mehr Verkehr vorbei fließt als anderswo, aber: „Werden sie unzumutbar belastet?“ Ein wichtiger Aspekt sei die „Zerstörung des Waldrandes. Der Tannenbuch wird eingemauert“. Es gehe um gut 40 Hektar Fläche, die verloren gehen würde.

Eine andere Haltung vertritt Herbert Andre, der für Anwohner der Pfauenstraße spricht: „Ich bin erstaunt, weil es zuletzt keinerlei politische Unterstützung gegeben hatte, auch nicht von der CDU. Aber es ist natürlich jetzt grundsätzlich erfreulich, dass das Thema durch eine Untersuchung objektiviert werden soll.“ Er weist darauf hin, dass durch den Bau einer neuen Kita an der Pfauenstraße noch weiterer Verkehr hinzu kommen wird.

SPD-Mitglieder können sich vorstellen, den CDU-Antrag zu unterstützen: „Wir haben intern noch nicht darüber gesprochen“, sagt die planungspolitische Sprecherin Sonja Kockartz-Müller, „aber wir werden uns dem wohl nicht versperren“. So gebe es per Gutachten eine neue Datenlage. Kockartz hält aus rein verkehrstechnischer Sicht eine Anbindung für sinnvoll. „Aber wir müssen mit den Bürgern sprechen. Das muss jetzt ordentlich gemacht werden.“ Eine neue Anbindung an die Klosterstraße gegen eine Vielzahl von Bürgern kann sie sich nicht vorstellen.