Verkehr in Dormagen: Belastung durch Lärm und Stau für Nievenheim

Verkehr in Dormagen : Verkehrsentlastung für Nievenheim

SPD-Sitzung zu Plänen für A 57-Anschlussstelle Delrath und die Ortsumgehung.

Die Entwicklung der drei Ortsteile Nievenheim, Delrath und Ückerath stand im Mittelpunkt der offenen Sitzung der SPD Dormagen am Montagabend, die Fraktionsvorsitzender Andreas Behncke souverän leitete. Rund 80 Besucher waren in die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule gekommen, um über den Autobahnanschluss Delrath, die Umgehungsstraße für Nievenheim und das geplante Freizeitareal am Strabi zu diskutieren.

Den meisten Raum nahm erwartungsgemäß die Frage der Belastung der Bürger durch Lärm, Stau und zugebaute Landschaft ein. Verkehrsplaner Peter Tümmers stellte den Verlauf der geplanten Ortsumgehung Nievenheim von der Bismarck- über Marie-Schlei-Straße und Kohnacker zur Neusser Straße (L 380) vor und erläuterte bevorzugte Ampel- bzw. Kreisverkehr-Lösungen. Einige Anwohner der neuen Umgehung lehnten sie wegen zu großer Verkehrsbelastung für sie ab. „Wir können den Verkehr, der immer mehr wird, nur umverteilen, nicht komplett aus den Orten raushalten“, gab Bürgermeister Erik Lierenfeld zu bedenken. Durch die neue Umgehung, die bereits 2016 provisorisch während der Kreisverkehr-Baustelle auf der Neusser Straße genutzt wurde, würde der Knotenpunkt Neusser-/Bismarckstraße um 2000 Autos am Tag entlastet. „Selbstverständlich gilt weiter Tempo 30“, sagte Tümmers mit Blick auf den Wirtschaftsweg hinter der Marie-Schlei-Straße, der noch ausgebaut werden müsste. Noch sind die Kosten dafür nicht ermittelt.

Kritisch setzten sich zahlreiche Besucher mit dem geplanten Autobahnanschluss Delrath für die A 57 auseinander, zu dem der Leiter des Tiefbauamtes des Rhein-Kreises Neuss, Arnd Ludwig, den neuesten Stand referierte. Einige kritisierten den „zu geringen Abstand zum Störfallbetrieb GHC“ und sinkende Lebensqualität durch mehr Verkehr. Die Bezirksregierung entscheide: „Nach der Offenlegung ab 9. Mai haben die Bürger vier Wochen Zeit, die Unterlagen einzusehen“, erklärte Ludwig. Vom 11. Juni bis 11. Juli sind schriftliche Einwendungen möglich. Das Ziel sei es, noch 2020 einen Beschluss über den Bau zu erhalten. Auf die Ausgleichsflächen im Delrather Norden und den Artenschutz von Kiebitz, Nachtigall und Zauneidechsen ging Eckhard Gehendges vom Ingenieurbüro Schwarze und Partner ein: „Die Seveso-Abstandsflächen beziehen sich nicht auf Tiere.“

Am Montag, 27. Mai, beginnt um 18 Uhr in der Neuen Grundschule Allerheiligen, Am Hendelsgraben 15, in Neuss eine gemeinsame Infoveranstaltung der Städte Neuss und Dormagen mit dem Rhein-Kreis zur Anschlussstelle Delrath und zum Gewerbegebiet Silbersee.

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