Dormagen: "Verdamp lang her" unplugged zum Mitsingen

Dormagen: "Verdamp lang her" unplugged zum Mitsingen

BAP-Tribute-Band MAM gastierte in der Kulturkirche.

MAM ist längst Stammgast in Dormagen. Seit 2014 tritt die BAP-Tribute-Band (Bonn) regelmäßig in der Kulturkirche auf. Inzwischen - wie jetzt - gibt es zwei Termine: Am Freitagabend rockte die Band vom Podium der Kulturkirche vor mehr als 110 Zuhörern live, einen Abend später gab es vor etwa der Hälfte der Fans ein wunderbares "unplugged" Konzert.

Der Kölschrock eines Wolfgang Niedecken kommt dabei unmittelbar rüber, der Chor der Fans ist beeindruckend vernehmbar. "Uns macht diese Spielweise sehr viel Spaß", sagt Frontman Klaus Drotbohm, der sämtliche Titel singt und sich anhört wie Wolfgang Niedecken vor 20 Jahren. Tatsächlich hat der WDR im Studio dem BAP-Gründer mal einen Song von MAM eingespielt, und der glaubte, das sei er selbst. Bei derart autorisierter Authentizität kann sich MAM scheinbar alles erlauben.

Das aber hat Grenzen: Die ersten drei Titel, rhythmisch und harmonisch balladesker Kölsch-Rock, langweilen. Die viel zu vielen Liebeslieder bekommen bei "Paar Jahr fröher" oder "Anna, dreh disch net öm" Farbe durch tolle Improvisationen am E-Piano. Oliver Rebhau spielt, weil "unplugged", nicht Keyboard, sondern E-Piano und entpuppt sich auch da als Großmeister der Improvisation. Absolut ebenbürtig Christoph Freitag auf Sopran- und Tenorsaxophon, er steuert seichte Kost auf der Violine bei.

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"Unplugged" heißt natürlich auch Akustik-Gitarren (Oliver Küster und Christian Ebert). Sie haben nicht das Durchsetzungsvermögen elektronischer Instrumente. So muss man bei einem tollen Bass-Solo von Maecces Juras schon genau hinhören. Marco Beier (Drums) und Alexandar Arnautovic (Percussion) haben da vergleichsweise leichtes Spiel. "Unplugged" ist vor allem auch deshalb echte Adaption, weil Niedecken bei seinem ersten Auftritt 1977 im Mariensaal in Köln-Nippes auch mit zwei Akustik-Gitarren spielte. Ein bisschen schade ist: Warum bleibt MAM als perfekte Cover-Band den 80-ger Jahren verhaftet, so als hätte der international beachtete Kölsch-Rocker Niedecken nichts mehr geschrieben. Der Mann lebt - wie das Publikum in der Kulturkirche, das bei "Hang on Sloopy" zum mitreißenden Saalchor wurde.

MAM bleibt Stammgast in Dormagen: am 30. November und 1. Dezember 2018 in der Kulturkirche.

(Nima)