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Verbraucherberatung Dormagen: Energiepreise als neues Top-Thema​

Verbraucherberatung Dormagen : Energiepreise als neues Top-Thema

Die Verbraucherberatung in Dormagen weist in ihrer Jahresbilanz auf neue Maschen von Betrügern hin. Ein zunehmend beliebtes Beispiel sind Fake-Shops.

Die Folgen der Pandemie und die Energiepreiskrise stellt die Verbraucherberatung in Dormagen vor neue Herausforderungen. Sie lösen das Top-Thema Reisebuchung ab. Über mangelnde Arbeit braucht sich Leiter Ralf Eming und sein Team an der Kölner Straße nicht zu beklagen. Im Gegenteil: Die Abzocke und neue Arten von Betrügereien hören nicht auf und immer wieder nehmen Dormager Kontakt auf, weil sie Hilfe benötigen: 2450 mal war dies im vergangenen Jahr der Fall, „bei rund 960 Rechtsberatungen und –vertretungen haben wir uns zumeist erfolgreich für die berechtigten Ansprüche von Ratsuchenden eingesetzt“.

Darunter im Fall einer Hackenbroicherin, die aufgrund negativer Schufa-Einträge keine Wohnung bekam. Weil ein Eintrag jedoch völlig unberechtigt war und gelöscht werden konnte, erhielt die 25-Jährige die Wohnung. In einem anderen Fall sollte ein Dormagener 3570 Euro für ein Online-Coaching bezahlen, das er angeblich gebucht hatte. Der Anbieter, der den Kontakt geschickt über Whatsapp auf eine vertrauliche Ebene gelenkt hatte, konnte den Abschluss des Vertrags nicht nachweisen. In der Jahresbilanz der Beratungsstelle nahmen in 2021 viele Gespräche mit Kunden zu Strom- und Gasverträgen breiten Raum ein. Viele kurzfristige Kündigungen seien rechtswidrig, so Eming. „Die gestiegenen Beschaffungskosten liegen im Risikobereich des Anbieters.“

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Ein zunehmendes Problem sind Fake-Shops. „Kunden bezahlen im Voraus und erhalten keine Ware“, so Eming. In Folge der Flutkatastrophe im Ahrtal gab es beispielsweise in Fake-Shops Angebote von Bautrockern, die nie geliefert wurden. Ein Problem ist die als „nachhaltig“ angepriesene Ware, die sich als ein nach Chemie riechendes Billig-Produkt aus China herausstellt. „Eine Retourenlieferung dorthin ist schwierig.“ Die Verbraucherschützer raten dringend, nach Bewertungen zu schauen, sich bei einer Bestellung Zeit zu nehmen und stutzig zu werden, wenn Vorauszahlungen gefordert werden.

Als ,das‘ Thema des Jahres stellen sich schon jetzt die Energiepreise heraus. „Hatten wir zu dieser Thematik im gesamten letzten Jahr 94 Rechts- und Vertrags-Beratungen, so sind es schon bis heute 158“, sagt Fachberaterin Monika Orthmann. Die Erhöhung von Abschlagszahlungen durch Anbieter bereitet vielen Verbrauchern Probleme. Was ist generell zu tun? Orthmann rät angesichts drastisch steigender Energiepreise, die Ausgabe-Positionen zu überprüfen, zum Beispiel bei unnötigen Versicherungsverträge. Dazu den Energieverbrauch von Haushaltsgeräten überprüfen. „Die Verbraucherzentrale bietet im kleinen Kreis und mit Fragerunde Online-Vorträge an.“ Weitere Infos gibt es im Internet.

(schum)