Dormagen: VDK-Spendensammler: Abgrenzen gegen Sozialverband VdK

Dormagen: VDK-Spendensammler: Abgrenzen gegen Sozialverband VdK

Hören kann man ihn nicht, nur beim Lesen fällt er auf: Zwischen VDK und VdK gibt es einen sichtbaren Unterschied, nämlich die Großschreibung. Aber dass mehr dahinter steckt, wissen viele nicht. Die Rede ist von zwei unterschiedlichen Verbänden, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) und dem Sozialverband (VdK). Deutlich wurde die Verunsicherung bei Dormagenern in der Weihnachtszeit, wenn der VDK um Spenden bittet. "Es ist schon wichtig zu wissen, wo der Unterschied zwischen den Vereinen liegt", erklärt Erik Heinen, der sich bei den Spendensammlungen des VDK engagiert, und mit seiner Frau Michaela, die beim Sozialverband als Kassiererin wirkt, auf den Unterschied hinweisen möchte.

Was machen die beiden Verbände? Der VDK beschäftigt sich hauptsächlich mit der Betreuung, Instandhaltung und Pflege von alten und neuen Kriegsruhestätten deutscher Soldaten im Ausland. Im Inland übernehmen das die Kommunen. Wenn die Ruhestätten durch Unwetter oder Naturkatastrophen verwüstet wurden, reisen freiwillige Helfer zu ihnen, um sie wieder herzurichten. Gleichzeitig unterstützt der VDK Angehörige, indem er über eine Online-Gräber-Suche die Gräber von im Krieg als vermisst angegebenen Soldaten ausfindig macht. Mit das Hauptziel des VDK ist es, dass die Vergangenheit nicht vergessen wird. Dazu organisieren die Mitglieder Zeremonien am Volkstrauertag, bei denen Blumenkränze in Gedenken an die im Krieg Gefallenden an den Ehrenmälern niedergelegt werden.

Der VdK-Sozialverband hingegen kümmert sich auch im Ortsverband Dormagen mit 62 Mitgliedern um Sozialrentner, Menschen mit Behinderung, Unfallopfer sowie Kriegs- und Wehrdienstopfer. Der Verband hat sich im Laufe der Jahre vom ehemaligen Kriegsopferverband zum großen, modernen Sozialverband entwickelt. Die Begrifflichkeiten "Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegsopfer" werden nicht mehr verwendet, die einprägsamen Buchstaben sind aber geblieben. "Der VdK setzt sich zum Beispiel für die Barrierefreiheit ein", sagt Erik Heinen, "sammelt dafür Unterschriften und kämpft, dass auch Menschen mit Behinderung sich frei und überall hin bewegen können. Er setzt sich auch für Schwerbehindertenrechte und Pflegegrade ein und unterstützt alle, die Hilfe brauchen." Plakativ gesagt, so Heinen, kümmert sich der VDK um die Verstorbenen und der VdK um die Lebenden. Letzterer bietet jeden dritten Montag im Monat von 15 bis 17 Uhr eine Sprechstunde im Mehrgenerationenhaus der Caritas, Unter den Hecken 44, an.

(meho)