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Dormagen: Vandalen in Horremer Gärten

Dormagen : Vandalen in Horremer Gärten

Seit einigen Wochen dringen dunkel gekleidete Gestalten abends in die Gärten der Häuser an der Knechtstedener Straße ein. Die Horremer Anwohner sind in großer Sorge. Der Polizei sind die Männer bereits einmal entglitten.

Wenn Willi Hack schildert, was er am Dienstagabend vor Ostern von seinem Wohnzimmerfenster aus beobachtet hat, gruselt es ihn noch immer. Es muss gegen 23 Uhr gewesen sein, als ihn seine Lebensgefährtin ängstlich fragt: "Hast du die Stimmen gehört?!" Die beiden sehen sich einen Moment an. Auch er hört die Geräusche, von außerhalb des Hauses zwar, aber doch ganz in der Nähe.

Willi Hack schleicht durch die düsteren Zimmer, um einen Blick in den Garten werfen zu können — und sieht eine Kerze, die eine helle Spur durch die Dunkelheit zieht, hoch und runter. "Die sind auf unserem Trampolin herumgesprungen", erzählt der Anwohner. Erstaunen liegt in seiner Stimme. Willi Hack läuft zum Telefon und ruft bei der Polizei an. Als er die Beamten zwei Minuten später in sein Haus lässt, sind die dunklen Männer im Garten bereits verschwunden.

Willi Hack schätzt die Gestalten auf 16 bis 20 Jahre. "Das waren große Burschen, einer hat eine Kapuzenjacke getragen", sagt der Anwohner. Mehr kann er auch nicht sagen. Nur, dass es nicht der erste Besuch, der schummrigen Gestalten ist. Wer genauer hinschaut, sieht die tiefen Spuren, die Turnschuhe in der Erde hinterlassen haben. "Die waren vorher schon mal hier", sagt Willi Hack und kann das auch beweisen. Ein Nachbar hat die Männer auf der Flucht ablichten können. Sie jagen auf dem Bild über die Garagen am nahe liegenden Bolzplatz davon.

Vor zwei Monaten fingen die Besuche an. Beim ersten Mal hatten die Gestalten einige Solarleuchten vom Grundstück der Hacks mitgehen lassen. "Die Leuchten haben wir wieder gefunden — kaputt", sagt der Anwohner. Auch einen zwei Meter hohen Zaun haben die Vandalen herunter getreten, Steinbrocken aus der Mauer des Bolzplatzes gerissen und in den Garten der Hacks geworfen.

Bei Tageslicht betrachtet sind die Gärten an der Knechtstedener Straße in Horrem ein Idyll. Stühle und Liegen stehen dort auf sattgrünem Rasen, auf dem Blumen einzelne Farbtupfer setzen. Vögel haben sich in Sträuchern und Bäumen zum Nisten ihr Zuhause geschaffen. Ein Horremer Stillleben. Die Anwohner im Ort jedoch sind nervös. "Das ist schon beunruhigend", sagt Willi Hack. Polizeisprecher Hans-Willi Arnold kennt den Sachverhalt. Besonderheiten kann er allerdings nicht feststellen. Auch von einer Gang will er nicht reden. Unruhig ist es an der Knechtstedener Straße auch am vergangenen Wochenende gewesen. Zwischen Donnerstag und Samstag sind Unbekannte über ein Oberlicht in die Christoph-Rensing-Schule eingestiegen. Sie konnten ein Tresor erbeuten, den sie mit einer Sackkarre abtransportierten. Willi Hack geht zurück in sein Haus. Er wird in den kommenden Wochen wachsam bleiben.

(NGZ)