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Uraufführung des Galerietheaters Zons beim Theatersommer Knechtsteden

Theatersommer Knechtsteden : Galerietheater Zons probt „Inselhüpfen“

Am Freitag hat die neue Komödie mit britisch-schwarzem Humor beim Theatersommer in Knechtsteden Premiere.

Etwas aufgeregt sind sie schon, die zehn Darsteller des Galerietheaters Zons, die am Freitag die Uraufführung von „Inselhüpfen“ ab 20 Uhr auf die Bühne der Theaterscheune Knechtsteden bringen wollen. Auch ihr Regisseur Stefan Filipiak, der das Stück geschrieben hat, hat ein wenig Lampenfieber, „aber das gehört dazu“, wie er lachend sagt. Da die vergangenen Proben sehr gut gelaufen sind, und er bei den Schauspielern bereits die notwendige Sicherheit in ihren Rollen ausgemacht hat, ist er sehr guter Dinge: „Ich freue mich immer auf meine Premieren, auf diese besonders“, erklärt er.

Denn er hat die tragische, aber doch skurrile und komische Geschichte über sechs arg gebeutelte Menschen im Norden Schottlands den Schauspielern des Galerietheaters Zons – Susanne Plitzko-Sié, Kerstin Helbig, Helene Reemann, Monika Bautze, Marion Schmitz, Antje Gooßes, Heidi Ruetz, Frank Lehmann, Eckhard Schroll und Jochen Marsch – quasi auf den Leib geschrieben: „Beim Entwickeln der Charaktere und Schreiben der Komödie hatte ich die Darsteller schon vor Augen“, erläutert der Regisseur, der hofft, dass sich die Zuschauer trotz der drohenden Hitze mit auf die Reise zu den Sturm umtosten, eher rauen und kühlen Orkney-Inseln nach Schottland nehmen lassen. Das Schicksal einer unfreiwilligen Reisegruppe in einem windschiefen Cottage berührt, die sich mit trockenem Humor gegen den Dauerregen wappnet – und überrascht feststellt, dass eben doch oft alles anders kommt, als man denkt. „Es ist meine dritte Premiere beim Theatersommer Knechtsteden – und immer war es warm“, erinnert sich Filipiak.

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Die Nachfrage nach dem mit britischem, durchaus auch mal schwarzen Humor durchsetzten Stück ist groß, es sind nur noch wenige Karten in der City-Buchhandlung und beim städtischen Kulturbüro zu haben. „Es freut uns natürlich, vor vollem Haus spielen zu können“, sagte Jochen Marsch, der Vorsitzende des Galerietheaters Zons, das 1991 gegründet wurde. „Wir haben uns von Anfang an vorgenommen, literarisch anspruchsvolle Texte auf der Bühne lebendig werden zu lassen“, heißt es in der Vereinschronik. „In den ersten Jahren waren es keine Bretter, auf denen wir gespielt haben. Vielmehr agierten wir auf dem Steinfußboden in einem winzigen Fachwerkhaus an der Zonser Stadtmauer. Wir nannten unser Domizil ironisch – wahrscheinlich gar zu Recht, denn wir hatten nur acht Quadratmeter Spielfläche und 27 Zuschauerplätze – das ,kleinste Theater Europas’.“ Andere Spielorte für das Galerietheater Zons folgten, auch außerhalb der Zollfeste, wie seit 2002 in der restaurierten ehemaligen Scheune des Klosters Knechtsteden beim Theatersommer. Das Galerietheater Zons ist eine Abteilung des Kunstvereins Galeriewerkstatt Bayer Dormagen mit Sitz im Kloster Knechtsteden und arbeitet eng mit den Künstlern des Vereins und anderen Künstlern aus der Region zusammen.

Regisseur und Autor Stefan Filipiak ist ein vielseitiger Theater-Profi, der nach einer Ausbildung zum Krankenpfleger mit 26 Jahren endgültig seiner Leidenschaft folgte und die Berliner Schule für Schauspiel besuchte: „Verschiedene Engagements führten mich zwischen 1995 und 2001 an die Theater von Stendal und Neuss und in die ein oder andere Fernsehserie“, schreibt er auf seiner Homepage. In über 40 Rollen für Bühne und Bildschirm lernte er verschiedene Theatergenres und Regiehandschriften kennen. „Das steigerte meinen Drang, eigene Ideen und Konzepte zu realisieren“, erklärt Stefan Filipiak, dass er 2002 die Seiten wechselte.

Seither arbeitet er als Regisseur, Schauspiellehrer, so auch für die Schule für Kunst und Theater Alte Post in Neuss, Theaterpädagoge und Autor. Sein jüngstes Projekt ist im Frühjahr 2017 mit der Gründung des „Theater66“ - der neuen Düsseldorfer Bühne für Menschen ab 60 Jahren - an den Start gegangen.