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Dormagen: Untreue-Verdacht - Polizei im Tierheim

Dormagen : Untreue-Verdacht - Polizei im Tierheim

Der Vorwurf lautet Verdacht der Untreue und richtet sich gegen zwei Vorstandsmitglieder. Durchsucht wurden Tierheim und Wohnungen.

Gestern Morgen haben Beamte der Kriminalpolizei das Tierheim an der Bergiusstraße in Hackenbroich durchsucht und in den Büros Unterlagen mitgenommen. Das bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion Polizeisprecherin Diane Drawe. Demnach liegt seit August vergangenen Jahres eine Anzeige gegen Vorstandsmitglieder vor.

Aufgrund des Verdachts der Untreue gab es einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss, der auch für die Privatwohnungen der Beschuldigten galt. "Die Beteiligten haben sich absolut kooperativ gezeigt", sagte Drawe. Polizei und Staatsanwaltschaft sichten jetzt das sichergestellte Material und prüfen, ob sich der Verdacht erhärtet.

Auslöser ist die Anzeige, die das Tierschutzvereinsmitglied Lars Roob vor anderthalb Jahre gestellt hat. Er spricht von "Veruntreuungen von Vereinsgeldern". Danach habe sich ein Vorstandsmitglied selbst eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 720 Euro im Jahr zukommen lassen, mit dem Wissen von Vorstandskollegen, die jedoch nicht eingegriffen hätten.

So die Darstellung von Roob. Ferner, das ist die zweite Anschuldigung, die er erhebt, zahle der Verein den Strom nicht nur für das Tierheim, sondern auch für die dazu gehörige Betriebswohnung. Diesen Vorwürfen sind Polizei und Staatsanwaltschaft nachgegangen.

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Die Beschuldigten reagieren geschockt. Ein Vorstandsmitglied sagte gestern nach den Durchsuchungen: "Das ist etwas rein Persönliches, was da ausgetragen wird. Diese Vorwürfe gehen gegen mich und sind völlig haltlos." Er versicherte, dass es keine Aufwandsentschädigungen gebe, die aus Vereinsgeldern an Vorstandsmitglieder bzw. an ihn gegangen seien.

"Wir glaubten, dass eine solche Entschädigung Ehrenamtlern per Regelung zustehe. Ich wollte sie auch zunächst annehmen, um sie dann dem Verein zu spenden und wiederum eine Spendenquittung bei der Steuererklärung geltend machen zu können", erklärte das Vorstandsmitglied. "Aber mein Steuerberater hat davon abgeraten, weil es nichts bringe, und nach einem Gespräch mit meinem Anwalt habe ich ganz davon abgesehen, um auf der sicheren Seite zu sein."

Auch stimme ein weiterer Vorwurf nicht, wonach die Ehrenamtler bei uns monatlich 43 Euro als Entschädigung bekämen. "Das ist eine Pauschale, die den Tierheim-Mitarbeiterinnen gezahlt wird. Das ist von meinem Vorgänger so eingeführt worden."

Zurückgewiesen wurde auch der Vorwurf, dass es bei den Stromkosten Unregelmäßigkeiten gebe. "Die Betriebswohnung haben wir, damit ständig jemand im Tierheim anwesend ist." Aktuell wohne dort die Leiterin des Tierheims, die eine Strompauschale zahle.

"Alles ist vertraglich geregelt", so das Vorstandsmitglied. Auf der Mitgliederversammlung im April sei "alles erklärt und ohne Widerspruch akzeptiert worden". Er befürchtet, dass aufgrund "dieser grundlosen Anschuldigungen wir jetzt in ein schlechtes Licht geraten und Spender sich zurückziehen, auf die wir dringend angewiesen sind".

(schum)