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Unterwegs in Dormagen-Mitte: Lebensqualität statt Müll und Lärm

Unterwegs in Dormagen-Mitte : Müll und Lärm stört die Bewohner in Mitte

Unterwegs in Dormagen-Mitte: Dormagener Bürger stellen ihre Anregungen, Wünsche und Kritik an ihrem Lebensmittelpunkt vor und fordern Verbesserungen.

Die Kritikpunkte in den meisten Dormagener Orten liegen zwischen Verkehrsbelastung, fehlenden Einkaufs- und Wohnmöglichkeiten und mangelnder Sauberkeit. Trotzdem hat jeder Stadtteil andere Schwerpunkte, Besonderheiten und Anforderungen. Bei einem Rundgang durch Dormagen-Mitte erzählen einige Bürger, was sie sich in der Innenstadt wünschen, welche Veränderungen sie fordern und was sich positiv entwickelt hat.

Bahnhof Fehlende Sauberkeit am Bahnhof ist ein allgemeines Ärgernis, auch für Anwohner Kurt-Peter Raab und seine Frau Astrid. „Da liegen immer wieder Mülltüten herum, die Leute schmeißen einfach alles hin, auch Mund-Nasen-Bedeckungen und Einmal-Handschuhe“, sagt Kurt Raab. Er wünscht sich mehr Kontrollen durch das Ordnungsamt und ruhig saftige Bußgelder. Auch das wilde Parken sollte sanktioniert werden, allerdings weiß Raab aus eigener Erfahrung, wie hoch der Parkdruck gerade rund um den Bahnhof ist: „Die Parkscheiben-Plätze reichen den Pendlern nicht, also weichen sie auf die Nebenstraßen aus.“ Da müssten mehr Anreize geschaffen werden, um den ÖPNV attraktiver zu machen. Eine Idee, wie Park-Chaos und zahlreiche Beinah-Unfälle auf dem Willy-Brandt-Platz zu verhindern wären, hat Kurt Raab auch: „Wenn man eine Einbahnstraße auf dem Parkplatz einrichtet, weiß jeder, wie zu fahren ist.“ Was ihn besonders ärgert, ist der Lärm, den die Busfahrer anrichten, indem sie bei Schichtwechsel und anderen Wartezeiten den Motor des Busses nicht ausstellen: „Das wummert von morgens bis abends“, so Raab. Am Bahnhof sei es insgesamt in den vergangenen Jahren besser geworden: „Aber da ist noch Luft nach oben.“


Marktplatz Jeden Tag geht Rolf Starke über den Marktplatz, um Brötchen bei der Bäckerei zu kaufen: „Der Helmut-Schmidt-Platz ist schön geworden, auch nutzen Kinder immer wieder die Spielgeräte – das soll ja noch weiter ausgebaut werden, was gut ist“, kommentiert der Ehrenvorsitzende des BSV Dormagen. Als Anwohner der Ubierstraße haben die Starkes hautnah miterlebt, wie sich die Baustellen der Dormagener Baugenossenschaft am Friedrich-Ebert-Platz, an der Ubierstraße und an der Helbüchelstraße am Helmut-Schmidt-Platz entwickelt haben: „Das war alles im Rahmen, jetzt freuen wir uns, dass es preiswerten Wohnraum in der Innenstadt gibt, das ist wichtig“, meint Rosi Starke.

Unterwegs in Dormagen-Mitte: Vom Bahnhof über den Marktplatz zur Kölner Straße und dem Parkplatz Unter den Hecken reichten die von den Bürgern ausgewählten Stationen auf dem Weg. Foto: NGZ


Kölner Straße Auf der Kölner Straße fällt der Leerstand vieler Geschäfte ins Auge, auch die zunehmend im nördlichen Bereich der Kölner Straße parkenden Autos stören das Einkaufserlebnis. „Es sieht nicht gut aus, wenn Geschäfte leerstehen, das ist dramatisch und sollte geändert werden“, sagt Rolf Starke, der allerdings findet, dass es in Dormagen-Mitte eine „gute Mischung an Angeboten“ gibt. „Wir bekommen hier alles, was wir brauchen“, ergänzt Rosi Starke, der das in der Corona-Krise wieder besonders bewusst wurde: „Wir bekommen in der Stadt Lebensmittel, Brot, Bücher, Blumen, Bekleidung, haben ein Kaufhaus und Gaststätten sowie zwei Mal in der Woche einen tollen Wochenmarkt“, sagt die langjährige Kita-Leiterin. „Wir haben im Lockdown den Lieferservice der Gaststätten unterstützt“, weist Rolf Starke auf „sehr gute Erfahrungen“ hin. „Wir wohnen sehr gern hier“, zieht das Ehepaar Starke ein insgesamt positives Fazit.

Rosi und Rolf Starke gehen gern über den Marktplatz und durch die Innenstadt, die gern noch belebter sein könnte. Foto: Carina Wernig

Dormagen-Mitte zeichnet sich aber auch dadurch aus, dass Kunden auch aus anderen Stadtteilen in die Innenstadt kommen. So vermisst die zweifache Mutter Nadine Schumacher aus Horrem „noch mehr Kindergeschäfte, toll wäre auch wieder ein Indoor-Spielplatz“. Simone Metzemacher aus Rheinfeld wünscht sich „eine Boutique für Damenbekleidung“.

Parkplatz Unter den Hecken Auf dem Parkplatz Unter den Hecken ist Liesel Schuppener gern und oft zu Beginn der Corona-Krise spazieren gegangen: „Ich habe im März und April jeden Tag die Ruhe auf dem Platz genossen, habe dort auch meine Enkel mit Abstand auf Campingstühlen getroffen“, berichtet die Dormagenerin, die das Areal richtig lieb gewonnen hat. Jetzt kritisiert sie den verwilderten Zustand des Parkplatzes: „Hohes Unkraut wächst wild auf den Rändern und den Begrenzungsbeeten, überall wird Müll ins Grün und auf den Boden geworfen, das ist kein schöner Anblick mehr.“ Sie ist regelrecht enttäuscht, dass sich nicht um diesen für Besucher wichtigen Parkplatz gekümmert werde, auch wenn sie wisse, dass es in der Corona-Krise andere Schwerpunkte gebe: „Da könnte die Stadt doch sicher Hilfskräfte hinschicken, die zumindest den Abfall aufheben“, meint Liesel Schuppener, die in Dormagen „einige Dreckecken“ ausgemacht hat. Wurden vor der Corona-Zeit vor den Schützenfesten die einzelnen Orte durch die TBD „schön gemacht“, vermisst sie das jetzt: „Nur die Schützen haben wie immer die Fahnen aufgehängt“, bemängelt Schuppener.