Dormagen: Uneinigkeit über Gewerbegebiete

Dormagen : Uneinigkeit über Gewerbegebiete

SPD-Landtagsmitglied Thiel fordert Jamaika-Koalition auf, das Gewerbegebiet Kohnacker aufzugeben.

Die Stadt bekommt in ihrem Bemühen um die Gewinnung von neuen Gewerbeflächen Unterstützung durch den SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Thiel. "Ich begrüße, dass Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann sich auch zum Silberseegelände bekennt", sagt Thiel, der auch Sprecher der SPD im Planungsausschuss des Regionalrates ist. Dort wird entscheiden, ob und welche Gewerbegebiete die Stadt zukünftig erhält. Aber Thiel übt auch Kritik: "Ich fordere die CDU geführte Jamaika Koalition auf, den Antrag, ein Gewerbegebiet am Kohnacker auszuweisen, endlich zurückzuziehen."

Dieser umstrittene Antrag ist noch immer die Planungsgrundlage im Regionalrat. Die benötigten Ausgleichsflächen dafür sind auf Vorschlag der Jamaika-Mehrheit ausgerechnet am Silbersee vorgesehen und blockieren daher den Gewerbestandort Silbersee. Das passe nicht mit den Äußerungen des Bürgermeisters zur Umsetzung des Areals am Silbersee zusammen. "Es ist falsch, mit den Standorten zu spielen", sagt Thiel.

Bürgermeister Hoffmann hatte vor wenigen Tagen erklärt, zunächst auf den Standort Kohnacker verzichten zu wollen, wenn die Bezirksregierung der Stadt Gewerbeflächen am Silbersee zugestehe. Thiel sagt aber: "Eine klare Haltung ist notwendig, sonst steht die Stadt am Ende mit leeren Händen da."

Erstmals hatte RWE am 14. Dezember des vergangenen Jahres vor Vertretern der SPD Kreistagsfraktion öffentlich erklärt, das Gelände am Silbersee als allgemeines Gewerbegebiet für Dormagen freizugeben. Seitdem blockiert die CDU im Rat jede klare Aussage zu diesem Thema. "Wenn wir Erfolg haben wollen, dann müssen möglichst alle Parteien zusammenstehen, sonst gehen die Zukunftsentwicklungen an uns vorbei. Bei den weiteren Diskussionen zur Entwicklung eines Gewerbegebietes am Silbersee müssen auch die Bürger beteiligt werden."

Der Landtagsabgeordnete hält es für richtig, über die Wasseranbindung nachzudenken, der Rheinhafen Stürzelberg sei dabei eine hervorragende Ausgangslage für den Silbersee. Ob dieser selbst als Hafen geeignet ist, das ist völlig offen. Weiterhin ungeklärt bleiben die Probleme B9, die zwischen dem Rhein und dem See verläuft, und der benötigte Autobahnanschluss Delrath. Es sei ratsam, eins nach dem anderen zu machen und die Menschen nicht durch zu große Pläne zu verunsichern. "Wenn wir hier zusammenarbeiten, dann kann das mit neuen Arbeitsplätzen und der Gewerbesteuer was werden" zeigt sich Rainer Thiel optimistisch.

(NGZ/rl)
Mehr von RP ONLINE