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Dormagen: Umweltsünder müssen zahlen

Dormagen : Umweltsünder müssen zahlen

Um der Wegwerfmentalität Herr zu werden startet das Ordnungsamt Schwerpunkt-Kontrollen, bei denen Umweltsünder sofort zur Kasse gebeten werden. Beginn ist am nächsten Donnerstag am Bahnhof und vor Schulen.

Wer seinen Zigarettenstummel achtlos auf den Bürgersteig schnippt, oder Fast-Food-Verpackungen in die Grünanlage feuert, muss künftig damit rechnen, dafür zur Kasse gebeten zu werden. Die Stadt startet so genannte Schwerpunkt-Kontrollen, bei denen vier Mitarbeiter des Ordnungsamtes unterwegs sind, um gegen die "illegale Wegwerfmentalität", so Stadtsprecher Harald Schlimgen, vorzugehen.

Los geht es am kommenden Donnerstag am Bahnhof und dem angrenzenden Schulviertel sowie im Schulzentrum Hackenbroich. Wer erwischt wird, muss mit einem Verwarngeld rechnen: So ist beim Wegwerfen von Kaffeebechern, Papiertaschentüchern oder beim Kaugummispucken auf den Bürgersteig im Regelfall ein "Knöllchen" von zehn Euro fällig.

Größere Verschmutzungen wie das Ausleeren von Aschenbechern auf Parkplätzen können mit 35 Euro zu Buche schlagen. Beim widerrechtlichen Entsorgen von Bauschutt oder Altöl in der Landschaft geht die Stadt auch strafrechtlich gegen die Verursacher vor. Schlimgen: "Im Rahmen der Aktion ,Sauberhaftes Dormagen' hat die Stadt bereits seit 2003 spezielle Verwarngelder für Müllsünder festgelegt."

Ziel ist es, sagt der Erste Beigeordnete Kai Uffelmann, "mehr Sauberkeit in Dormagen zu erreichen und Umweltsündern zu signalisieren, dass ihr Verhalten von der Allgemeinheit nicht geduldet wird". Das Ordnungsamt wird diese Schwerpunkt-Kontrollen ankündigen. "Uns geht es nicht vorrangig darum, Einnahmen für die Stadtkasse zu erzielen. Stattdessen soll deutlich werden, dass es sich bei solchen Verschmutzungen um kein Kavaliersdelikt handelt", erklärt der zuständige Fachbereichsleiter Holger Burdag.

Die Mitarbeiter sind berechtigt, Umweltsünder festzuhalten und deren Personalien zu ermitteln, im Notfall auch unter mithilfe der Polizei. Stadt-Sprecher Schlimgen wirbt für Verständnis: "Da wir aus der Bürgerschaft immer wieder viele Klagen über wilden Müll erhalten, hoffen wir bei den Kontrollen auf Verständnis. Sie sind letztlich die einzige Möglichkeit, um Menschen anzusprechen, die wir mit den Appellen für eine saubere Stadt nicht erreichen."

Die Sanktionen sind Teil des Drei-Säulen-Sauberhaftkonzeptes der Stadt: Zum einen ist die Stadt selbst aktiv (in diesem Jahr wurden bereits 31 Tonnen wilder Müll eingesammelt; 2011 waren es insgesamt 37,3 Tonnen); zum anderen werden die Bürger miteingebunden (Beispiel Sauberhaft-Tag im März); Teil drei sind die Sanktionen per Verwarngeld.