Umweltschutz in Dormagen Klein und Groß sorgen für Sauberkeit

Dormagen · Wer einen Beitrag leisten möchte, Stadt und Natur sauber zu halten, für den gibt es viele Beteiligungsmöglichkeiten in mehr oder weniger festen Organisationen. Oder man macht es einfach „ohne“.

 Noch so jung, aber schon fleißige Müllsammler; Thepo (l.) und Anton Höppner.

Noch so jung, aber schon fleißige Müllsammler; Thepo (l.) und Anton Höppner.

Foto: Barbara Höppner

Vielen ist er ein Dorn im Auge und für die Umwelt ist er mehr als schädlich: Müll, der nicht ordnungsgemäß entsorgt wurde, sondern überall im Stadtgebiet weggeworfen oder liegengelassen wird.Zum Glück gibt es neben denen, die beruflich aufräumen, auch Bürger, die sich ehrenamtlich für eine saubere Stadt engagieren. Wer sich aktiv daran beteiligen möchte, hat eine Menge Möglichkeiten:

Sauberhaft-Tag In diesem Jahr ist er zwar coronabedingt ausgefallen, aber seit 2001 ist er schon eine feste Größe im Stadtkalender. Im letzten Jahr gab es einen Teilnehmerrekord von 4400 Sammlern, in diesem Jahr wären es wohl knapp 5000 geworden, wäre nicht der erste Lockdown dazwischengekommen. „Das zeigt, dass das Interesse und Engagement weiter wächst“, freut sich Harald Schlimgen, Leiter des Fachbereichs für Bürger- und Ratsangelegenheiten.

Ob der Sauberhaft-Tag im März 2021 stattfinden kann, ist aufgrund der ungewissen Pandemie-Lage noch nicht klar. Die Vertreter der Stadt werden sich in Kürze mit den Stadtteilkoordinatoren zusammensetzten und überlegen, ob, wie und wann die Aktion stattfinden kann.

Flächenpaten Unabhängig vom Sauberhaft-Tag kann man sich ganzjährig als Flächenpaten für Dormagen einsetzten. Derzeit sind es 37 Freiwillige, die sich bereit erklärt haben, in der Umgebung ihrer Häuser und Wohnungen städtische Flächen von Müll zu befreien. Viele von ihnen machen das bei einem Spaziergang mit oder ohne Hund. Die Tendenz der Helfer ist auch hier steigend: alleine im letzten Jahr ist die Zahl der Flächenpaten um 10 gestiegen.

Die Materialien zum Sammeln bekommen die Paten von der Stadt. Wenn größere Müllmengen gemeldet werden oder Flächen stark verunreinigt sind, bemüht sich die Stadt, die Ärgernisse schnell zu beseitigen. Bärbel Breuer, Leiterin des Büros für ehrenamtliches Engagement, ist froh, dass immer mehr Menschen dabei helfen, die Umgebung sauber zu halten. „Man kann sich ärgern, das ist auch verständlich. Man kann den Müll aber auch aufheben“, meint Breuer. „Jeder kann etwas tun.“

Paten für Hundestationen Im Stadtgebiet gibt es 67 Stationen mit Hundekotbeutelständern, die von 47 Paten beaufsichtigt werden. Die freiwilligen Helfer füllen Beutel nach und sehen nach dem Rechten. Auch hier wird das Material von der Stadt gestellt.

Umweltscouts Das Umweltteam der Stadt bietet in den Sommermonaten Kurse für Kinder von 8 bis 12 Jahren zum Thema Natur und Umwelt an. Auch diese sind 2020 Corona zum Opfer gefallen. Dabei wäre auch ein Format mit Karin Schwanfelder dabei gewesen. Die Kinder hätten zusammen mit ihr Müll am Rhein sammeln und Fragen zu ihren Erfahrungen stellen können. „Je früher Kinder damit in Berührung kommen, desto besser“, so Anke Tobies-Gerstenberg vom Umweltteam. Sie hofft, 2021 wieder Kurse anbieten zu können.

Rhein Clean Up Die Gruppe Dormagen-Zons rund um Organisatorin Karin Schwanfelder ist seit einigen Jahren regelmäßig am Rhein und auf Ausgleichsflächen unterwegs, um dort Müll zu sammeln. Was die Umweltschützer dort finden, ist erschreckend: vom normalen Hausmüll, Sperrmüll über Bauschutt, Autoreifen und Kühlschränken bis hin zu Sondermüll wie Farben und Ölen und sogar Handgranaten war schon alles dabei. In diesem Sommer ist an den Rheinufern im Stadtgebiet besonders viel Abfall liegengeblieben, findet Thomas Köhler, der fast von Anfang an bei Rhein Clean Up mitmacht. „Eine derartige Vermüllung wie dieses Jahr habe ich noch nicht erlebt. Ich war schockiert“, berichtet er. Im Sommer sind die Menschen häufig am Rhein, verzehren dort Speisen und Getränke. In diesem Jahr war das durch die Corona-Pandemie noch verstärkt. Viele haben den Abholservice der Restaurants genutzt und die Verpackungen liegen gelassen. Thomas Köhler und die anderen Freiwilligen haben dann aufgeräumt. „Was bleibt anderes übrig?“

Alle Jeder Bürger hat jeden Tag die Möglichkeit, Dormagen ein Stück sauberer zu machen. „Wir haben nur diesen einen Planeten“, betont Thomas Köhler. Wenn jeder nur ab zu mal etwas aufhebe, was ein Anderer weggeworfen habe, seien wir schon ein Stück weiter, sagt er. Worauf man aber achten sollte: „Grundsätzlich Handschuhe anziehen, mit Glasscherben aufpassen und Vorsicht bei Beuteln, die herumliegen! Nicht einfach zufassen, da können auch schonmal Spritzen drin sein“

Anton und Theo Höppner aus Stürzelberg sind solche Bürger, die mit anfassen. Regelmäßig gehen die beiden mit ihren Eltern Müll sammeln, oft an den Rhein oder zum Parkplatz am Sportplatz. Die beiden haben Zangen von ihrem Opa geschenkt bekommen, mit denen sie Getränkeverpackungen, Kronkorken, Kartons oder Plastiktüten in den mitgebrachten Müllbeutel packen.

 Die Walddetektive waren 2019 beim Sauberhafttag dabei.

Die Walddetektive waren 2019 beim Sauberhafttag dabei.

Foto: Stadt Dormagen
 Ein Rhein-Clean-up-Mitstreiter in voller Aktion.

Ein Rhein-Clean-up-Mitstreiter in voller Aktion.

Foto: RENATE NEUFELD

Der Siebenjährige Anton kann nicht verstehen, warum Menschen diese Sachen achtlos wegwerfen. „Das ist dumm, denn wenn die Erde weiter verschmutzt wird, kann es sein, dass sie irgendwann sagt, ‚ich hab jetzt keine Lust mehr, ich kann nicht mehr‘“. Damit das nicht passiert, weiß sein fünf Jahre alter Bruder Theo genau, was getan werden muss: „Die Leute sollen den Müll nicht mehr rumschmeißen, sondern mit nach Hause nehmen und in die Mülltonne werfen.“