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Umweltschutz in Dormagen: Ärger um Abholung des gesammelten Mülls

Umweltschutz in Dormagen : Ärger um den gesammelten Müll

Umweltschützer von „Rhein Clean up“ Dormagen/Zons kritisieren die wegfallende Abholung des Unrats durch die TBD. Der Müll soll im Container in Zons entsorgt werden. Bürgermeister Erik Lierenfeld: Es gibt Gespräche, der Gruppe ein Fahrzeug zur Verfügung zu stellen.

Unermüdlich befreien die Umweltschützer von „Rhein Clean up“ Dormagen/Zons seit Monaten vor allem die Ufer des Rheins von Müll und Unrat. Dabei ziehen die Ehrenamtler viele Tonnen Abfall aus der Natur, mitunter auch Altreifen aus dem Flussbett, wenn das Niedrigwasser die dort entsorgten Reifen freigibt. Aber inzwischen haben die Naturfreunde um Karin Schwanfelder auch andere Stellen als die direkte Wassernähe zwischen Rheinfeld, Zons und Stürzelberg zum Ziel ihrer regelmäßigen Müllsammlungen ausgemacht: Das Wäldchen hinter dem Hit-Markt, den Parkplatz Unter den Hecken oder den Straberger See. Bisher haben Mitarbeiter der Technischen Betriebe Dormagen (TBD) die gesammelten Abfälle nach Hinweisen über den Mängelmelder abgeholt. Das soll nun anders werden.

Bei einem Gespräch im Dezember 2019, so erklärt es die engagierte Initiatorin Karin Schwanfelder jetzt, habe „die Stadt mitgeteilt, dass sie es nicht mehr gewährleisten kann, unseren gesammelten Müll abzuholen. Aus Personal-Zeitmangel, und Geld spielt natürlich auch eine Rolle.“ Jetzt wurde ein 2000-Liter-Container an der Ecke Wilhelm-Busch-/Nievenheimer Straße aufgestellt, der auf Abruf geleert wird. Dort hinein soll die „Rhein Clean up“-Gruppe die Abfallsäcke packen. Das kritisierte Karin Schwanfelder: „Wir stehen jetzt vor einem logistischen Problem: Wir können zwar einen Anhänger zum Mülltransport geliehen haben, aber wir müssen uns auch immer ein Auto mit Anhängerkupplung leihen.“ In ihren Corsa passe nicht wirklich viel rein. „Theoretisch bräuchten wir einen Caddy Kasten, dann wären wir die Probleme los“, fragt sie nach Sponsoren und Spendern, vielleicht über Crowd Founding. Ein Lastenfahrrad würde gerade im Sommer für kleinere Mengen etwas helfen, ist die Umweltschützerin überzeugt.

Bürgermeister Erik Lierenfeld betonte angesichts verärgerter Facebook-Kommentare: „Es werden hier übrigens keine Knüppel zwischen die Beine geworfen.“ Es sei nur einfach so, dass auch die Kapazitäten der TBD-Mitarbeiter endlich seien: „Die schaffen das einfach nicht alles ohne zusätzliche Ressourcen. Für zusätzliche Ressourcen benötigt man aber vorab politische Beschlüsse“, so Lierenfeld. Es gebe auch bereits Gespräche über ein Fahrzeug für die Gruppe. Schwanfelder begrüßte diese Idee: „Wir sind ja bereit, den Müll auch abzutransportien, was natürlich auch für uns ein immenser Zeitaufwand ist, aber ohne das geeignete Fahrzeug ein riesiges logistisches Problem darstellt.“