Dormagen: Umweltprojekt hilft Firmen beim Sparen

Dormagen: Umweltprojekt hilft Firmen beim Sparen

Zehn Dormagener Unternehmen entlasten die Umwelt jährlich um 105 Tonnen Kohlendioxid. Möglich macht es das Projekt Ökoprofit.

80 eigene Lastwagen gehören zum Fuhrpark der deutsch-türkischen Spedition EMS mit Sitz in Hackenbroich, hinzu kommen noch 100 Fahrzeuge von Subunternehmen in Deutschland, der Türkei und Bulgarien. Bei einer solch großen Flotte macht es sich finanziell schon kräftig bemerkbar, wenn der Dieselverbrauch mit Hilfe eines Öko-Fahrtrainings für die Kapitäne der Landstraße von 30 auf 28 Liter pro 100 Kilometer gesenkt werden kann - besonders wenn ständig Entfernungen zurückgelegt werden wie die 5000 Kilometer zwischen Dormagen und Istanbul und zurück. Und weil die Verantwortlichen bei EMS rechnen können, beteiligen sie sich als eines von zehn örtlichen Unternehmen am im Frühjahr gestarteten Projekt Ökoprofit, einer gemeinsamen Initiative von Stadt und Land. Das Ziel aller Teilnehmer: Sie wollen mit Unterstützung von Beratern ihre Betriebskosten verringern und gleichzeitig etwas für Umwelt- und Klimaschutz tun.

Angeboten werden Workshops und Audits in den Betrieben; moderiert werden diese von der Düsseldorfer Beraterfirma WertSicht GmbH. Die jetzt gezogene Zwischenbilanz des Projekts, das insgesamt ein Jahr lang laufen soll, fällt positiv aus. Das Projekt Ökoprofit in Dormagen werde zu jährlichen Einsparungen von mindestens 294 000 Kilowattstunden und zu einer Umweltentlastung um 105 Tonnen Kohlendioxid führen, teilte die Stadt mit, die auch selbst bei Ökoprofit mitmacht. Der städtische Eigenbetrieb ist angemeldet, und auch die Technischen Betriebe und die Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen loten ihr Einsparpotenzial aus.

Geschäftsführer Klemens Diekmann (oben) und die evd forcieren den Umweltschutz - wie auch die anderen Teilnehmer bei Ökoprofit (unten). Foto: TINTER, STADT
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Doch auch Firmen aus der freien Wirtschaft sind mit im Boot - zum Beispiel die Blisterzentrum GmbH & Co. KG mit der Sonnenapotheke und die Rhein-Apotheke. Sie rüsten im Rahmen des Projekts auf energiesparende LED-Beleuchtungen um. Bei Taxi Hillmann setzt man ebenso wie EMS auf ein Training für die Fahrer - nur, dass die keine Lkw steuern, sondern Busse und Taxis. Es rechnet sich auch hier. "Die Investition von 5300 Euro in ein Fahrtraining wird sich bei uns nach einem Jahr schon bei einer Dieseleinsparung von zwei Prozent amortisieren", weiß Hillmann-Geschäftsführer Kai-Uwe Harth. Zu den Unternehmen bei Ökoprofit gehören auch die ppm planung + projekt management GmbH, die Energieversorgung Dormagen (evd) sowie das Fitnessstudio Shinto. Sie alle tragen die Beraterkosten in Höhe von 2500 bis maximal 9000 Euro (je nach Mitarbeiterzahl) und finanzieren darüber hinaus ihre Investitionen. Insgesamt wurden 31 Einzelprojekte entwickelt.

Bei der Zwischenbilanz stellte Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld fest, "dass alle Teilnehmer vom Sinn des Projektes überzeugt sind und zum Teil jetzt schon erheblich von ihm profitieren". Im Rahmen von Ökoprofit stehen noch zwei Workshops und zusätzliche Vor-Ort-Beratungen an. Nach den für März 2015 geplanten Abschlussprüfungen werden die Unternehmen zertifiziert und im Mai 2015 öffentlich ausgezeichnet.

(NGZ)