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Dormagen: Umstrittene Tattoo-Kunst in Dormagen

Dormagen : Umstrittene Tattoo-Kunst in Dormagen

Tattoos liegen im Trend: Zehn Prozent der Deutschen sind bereits tätowiert. Auch in Dormagen kann man sich die Haut verzieren lassen. Doch es gibt auch kritische Stimmen zu dieser Mode.

An Tattoos scheiden sich die Geister, für manche sind sie eine Verunstaltung, für andere zeitlose Kunst. Auch in Dormagen sind die Meinungen geteilt.

Selina Kooske hat bereits zwölf Tätowierungen. Foto: KIBA

Tätowierer Markus Mayer arbeitet im Tattoo Studio "Other-side" an der Römerstraße. Er absolvierte 1991 seinen Abschluss in Kunst und Gestaltung an der Fachhochschule. Das Tätowieren ist kein anerkannter Abschluss. "Normalerweise übt man an Übungshäuten oder wie ich an Freunden", sagt er lachend. Die häufigsten Tattoos seien Namen. Beim Tätowieren müsse man vorsichtig sein: "Man muss auf Hygiene achten, das ist das Wichtigste. Ich finde, es wird viel zu wenig kontrolliert." Einige Wünsche erfüllt der Tätowierer nicht: "Tätowierungen im Gesicht sind nicht schön, das mache ich nicht." Auch den Namen des jeweiligen Partners tätowiere er nur ungern. Außerdem warnt er vor Privat-Tätowierern. Sie seien nicht auf dem fachlichen Stand wie angemeldete.

Schülerin Kirsten Becker (18) ließ sich ihr erstes Tattoo vor circa zwei Monaten stechen. Nach einem Jahr Bedenkzeit entschied sie sich für einen englischen Spruch über ihre Familie. Das Tattoo befindet sich auf ihrer rechten Bauchseite. "Ursprünglich war der Spruch auf Deutsch, ich habe ihn dann umgeschrieben und ihn von zwei Engländerinnen übersetzen lassen." Die Schmerzen hatte sie sich schlimmer vorgestellt: "Ich wurde zweieinhalb Stunden tätowiert, am Anfang ging es. Aber nach der Hälfte der Zeit musste ich schon die Zähne zusammen beißen." Selina Kooske (20) ist Piercerin im Tattoo Studio "Other-side". Die 20-Jährige ließ sich in zwei Jahren zwölf Tattoos stechen und will noch viele mehr. "Ich hätte gerne meinen ganzen Körper voll. Bei mir hat aber nicht jedes Tattoo eine Bedeutung", sagt sie. "Manche hätten besser sein können, aber im Grunde mag ich sie alle."

Die 18 Jahre alten Dormagener Alina Klabunde und Dominik Klasen sind gegen Tattoos. "Ich würde mir niemals ein Tattoo stechen lassen, meiner Meinung nach sehen sie im Alter schrecklich aus," sagt Klabunde. Klasen findet: "Tattoos verunstalten den Körper, und welcher Mensch möchte später so herum laufen?" Er glaubt, dass viele sich ihr Tattoo später entfernen lassen.

Das ist mindestens so teuer wie das Tätowieren. 100 bis 150 Euro pro Stunde nimmt ein Tätowierer. Rund zehn Prozent der Deutschen sind tätowiert. Wer sich etwas stechen lassen möchte, aber unter 18 ist, braucht die Einverständniserklärung der Eltern.

(NGZ)