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Dormagen: Über "Couchsurfing" zum Wohnzimmerkonzert

Dormagen : Über "Couchsurfing" zum Wohnzimmerkonzert

Robert Küppers bietet Reisenden einen Schlafplatz. Jetzt gaben zwei von ihnen ein Konzert, und das exklusiv in seinem Wohnzimmer.

"Couchsurfing" wird immer beliebter. Dabei stellen Gastgeber den Reisenden eine Couch oder ein Gästebett kostenlos zur Verfügung. Seit Anfang des Jahres ist Robert Küppers aus Nievenheim auch ein Couchsurfer und hat schon so manchem Reisenden einen Schlafplatz gegeben. "Eine frühere Kollegin von mir ist selber eine Couchsurferin und bereiste so schon fast die ganze Welt. Sie meinte zu mir, ich solle das doch auch mal machen", erzählt der 62- Jährige.

Bereits sechs Reisende hatte er dieses Jahr zu Gast, unter anderen aus Weißrussland. "Ich finde es schön, auf diese Art neue Leute kennenzulernen. Früher hatte ich Brieffreunde, heute lerne ich durch das Couchsurfing Menschen aus verschiedenen Ländern kennen. Es ist eine moderne Form Freundschaften weltweit zu knüpfen", erzählt er und freut sich, dass er mit seinen ehemaligen Gästen immer noch Email-Kontakt hält. Über die Couchsurfing-Website kam auch der Kontakt zu der australischen Sängerin Kirbanu zustande, die durch Deutschland reist und Wohnzimmerkonzerte gibt.

"Ich habe Kirbanus Profil auf der Website gesehen und fand es interessant, dass sie Konzerte geben möchte", sagt Robert Küppers. Die Sängerin freute sich über die Einladung und die Möglichkeit, wieder ein Wohnzimmerkonzert zu geben. "Es ist bereits mein 15. Wohnzimmerkonzert", erzählt die 31 Jahre alte Musikerin, "Ich finde es schöner vor einem kleinen Publikum aufzutreten, da man die Reaktionen der Zuhörer besser erlebt. Auch glaube ich, dass sie so eher etwas von meiner Musik mitnehmen werden.

" Geplant sind 13 Konzerte in zwölf Tagen. Jedes Mal wird sie auch bei ihren Gastgebern als Couchsurfer übernachten. "Ich habe schon oft als Couchsurfer bei fremden Menschen übernachtet und so die ganze Welt bereist", erzählt die 31 Jährige. Seit zwei Jahren lebt sie in Heidelberg. "Ich kam als Couchsurfer nach Heidelberg und lernte dort meinen Ehemann kennen. Man kann sagen, ich habe mein Herz in Heidelberg verloren", erzählt sie fröhlich. Dort arbeitet sie als Lehrerin für Business-English, aber ihr Traum ist es, von der Musik leben zu können.

Auf ihrer jetzigen Wohnzimmerkonzerttournee wird sie von ihrem Freund und Kollegen Amaliel begleitet. "Amaliel traf ich auf einem Festival in Kopenhagen. Ich bin ihm sozusagen in die Arme gelaufen", sagt sie lachend. Der aus Kopenhagen stammende Amaliel sah den Auftritt der Australierin und war sofort von ihrer Musik begeistert. Nun touren sie zusammen durch Deutschland. "Ich kannte Couchsurfing vorher nur vom Hörensagen. Jetzt mache ich es selber und finde es toll", sagt Amaliel.

"Ich habe mein Wohnzimmer zu einem kleinen Konzertsaal umgebaut. Die Couch musste raus und dafür stellten wir viele Stühle auf, damit möglichst viel Platz für die Besucher ist", erzählt Robert Küppers. Und das aus Familie, Freunden, Nachbarn und anderen Couchsurfern bestehende Publikum war begeistert von den ruhigen, nachdenklichen Liedern der beiden Musiker. "Es war toll. Manche Besucher kannte ich nur über die Couchsurfer-Website und habe sie heute zum ersten Mal getroffen", sagt Küppers, der sich vorgenommen hat, endlich selber einmal als Couchsurfer zu reisen statt immer nur Gastgeber zu sein.

(NGZ)