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Dormagen: TSV startet Bürgerbegehren

Dormagen : TSV startet Bürgerbegehren

Im Streit um die Zukunft der Dormagener Bäder gibt es jetzt zwei Bürgerbegehren: Nach der Bürgerinitiative BAD, die für die Sanierung der beiden Hallenbäder ist, will der TSV Bayer für den Erhalt der Römertherme kämpfen.

Der TSV Bayer Dormagen sieht die bisher von ihm alleine betriebene Römertherme in Gefahr. Um eine zum Jahresende mögliche Schließung zu verhindern, will er ein Bürgerbegehren initiieren. "Die Römertherme darf als beliebtestes Dormagener Bad nicht sterben", sagt TSV-Vorstandsmitglied Günter Beilstein. Es ist zum Thema Bäder das aktuell zweite Bürgerbegehren in der Stadt: Die Initiative BAD sammelt bereits seit Wochen Unterschriften, sie setzt sich für die Sanierung beider städtischer Hallenbäder ein.

"Zur Zukunft der Römertherme muss es jetzt im Rat oder in der Bevölkerung eine Äußerung geben", sagt TSV-Geschäftsführer Frank Neuenhausen. Der TSV sieht sich in der aktuellen Situation "gezwungen per Bürgerbegehren aktiv zu werden". Der Stadt liege, so Neuenhausen, seit geraumer Zeit ein Vorschlag des Bayer-Konzerns vor, wonach diese (oder eine der Töchter) sich hälftig am jährlichen Fehlbetrag von 400 000 Euro beteiligen soll.

"Darüber muss jetzt entschieden werden, sonst wird die Römertherme am 31. Dezember geschlossen." Die Befürchtungen der TSV-Verantwortlichen formuliert Beilstein so: "Schließung der Römertherme, weil zwei Hallenbäder saniert werden." Betroffen wären nicht nur rund 700 Mitglieder der Schwimmabteilung, "sondern auch mehr als 140 000 öffentliche Badegäste", so Beilstein.

Stadt-Kämmerer Kai Uffelmann hatte bei Vorstellung des Haushaltssicherunskonzeptes die Bedeutung der Römertherme betont. Gleichwohl könne sich die Stadt keine Direktzahlung in dieser Höhe samt Sanierung und Betrieb zweier Hallenbäder leisten. Die Idee: Ein Einstieg in die Mitfinanzierung des TSV-Bades könne nur über die Stadt-Tochter SVGD erfolgen.

"Die komplette Vermarktung läge dann bei ihr." Werbeeinnahmen und positive Effekte bei der Gewerbesteuer würden die 200 000-Euro-Beteiligung um einen "fünfstelligen Betrag" mildern. Uffelmann: "Klar, dass über den Defizitausgleich bei der SVGD ein Rest bei der Stadt bleibt." In einer gemeinsamen Situng verschiedener Ausschüsse soll die Öffentlichkeit Weiteres aus dem Altenburg-Gutachten erfahren.

Der TSV wünscht sich ein "klares Signal aus der Politik für den Erhalt der Römertherme", so Neuenhausen. Ob er dieses bereits in der Ratssitzung am 20. September erhalten wird, erscheint fraglich. Wahrscheinlicher ist, dass es Politiker bei unverbindlichen Freundschaftsbekundungen belassen, aber zunächst das Ergebnis eines Bürgerbegehrens und Bürgerentscheides abwarten.

(NGZ/rl)