Dormagen: "TSV muss sich selbst um Römertherme kümmern"

Dormagen : "TSV muss sich selbst um Römertherme kümmern"

Die Mitglieder der Bäderinitiative BAD sind zurzeit an zwei Fronten aktiv: Zum einen sammeln sie fleißig Unterschriften für ein Bürgerbegehren zum Erhalt der beiden städtischen Hallenbäder. Zum anderen müssen sie offenbar vor Ort Stellung beziehen zum Fortbestand der Römertherme.

Hintergrund sind Aussagen von TSV-Vorstand Günter Beilstein. Der hatte gesagt, dass jede Unterschrift für das Bürgerbegehren ein Votum gegen den Erhalt der Römertherme sei.

"Aus Sicht der Bürgerinitiative sollten die Betreiber der Römertherme nicht die Schuld für eine mutmaßliche Schließung unbeteiligten Dritten zuweisen", sagt Sprecher Michael Kallen, "sondern selbst überlegen, ob und wie sie ernsthaft das Defizit für das vereinseigene Bad verringern können.

Möglichkeiten dazu gäbe es wahrscheinlich; dazu müsste man sich aber vermutlich vom allzu lieb gewonnenen Status Quo trennen." Der TSV hat die Stadt aufgefordert, sich künftig zur Hälfte am jährlichen Betriebsdefizit in Höhe von 400 000 Euro zu beteiligen. Die Stadt reagiert bislang sehr defensiv. Aus Sicht des BI-Sprechers ist es "Sache des TSV Bayer, mit seinen unbestritten guten Verbindungen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft, für den Erhalt seines vereinseigenen Freibades zu sorgen."

Dabei sollte, so sagt er, nicht mit "Nebelkerzen" verschleiert werden, dass die Ursache für die finanziellen Probleme der Römertherme der (Teil-)Rückzug des Bayer-Konzerns sei. Die Bürgerinitiative fordert den TSV auf, darzulegen, wie sich das Defizit errechnet und wie er garantieren will, dass der städtische Beitrag auf 200 000 Euro gedeckelt werden kann. Kallen: "Durch steigende Energiekosten wird das Defizit eher weiter steigen."

Gut läuft es beim Thema Bürgerbegehren: 1200 der 3038 benötigen Unterschriften hat die Initiative bereits beisammen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kann der Erhalt der Römertherme werbefinanziert gesichert werden?

(NGZ/rl)
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