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Tsv Bayer Dormagen: Zweite Liga soll kein Abenteuer werden

Tsv Bayer Dormagen : Zweite Liga soll kein Abenteuer werden

TSV Bayer Dormagen plant nach dem Aufstieg mit wirtschaftlich soliden Eckdaten und dem bisherigen "Jugendstil".

Uli Derad und Heinz Lieven waren gestern nicht anwesend, als der TSV Bayer Dormagen sein neues Konzept vorstellte, wie er nach dem Aufstieg wirtschaftlich und sportlich in der Zweiten Liga überleben möchte. Zumindest nicht körperlich.

Doch unausgesprochen geht der Geist der beiden Handball-Hasardeure immer noch um am Höhenberg, auch wenn sie niemand dort beim Namen nennt. "Wir dürfen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen - noch einmal ein solches Szenario, und das war's", sagt Karl-Josef Ellrich. Und das, fügt der Vorsitzende des Gesamtvereins an, gelte nicht nur für den Handball.

Deshalb soll die Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus kein Abenteuer werden für den Meister der Dritten Liga West. "Wirtschaftliche Solidität" und die am 25. April erfolgte Gründung einer "TSV Bayer Dormagen Handball GmbH" seien in der Konzernzentrale die Grundvoraussetzungen gewesen, "damit wir überhaupt aufsteigen können", verrät Rainer Lisson, Vorstand Sport und Entwicklung des Gesamtvereins.

Der ist zwar alleiniger Gesellschafter der GmbH, weshalb die Handballer auch weiter unter ihrem bisherigen Namen auflaufen können. Doch der "e.V." trägt nicht das wirtschaftliche Risiko, falls wider Erwarten doch etwas schief gehen sollte auf der finanziellen Seite. Björn Barthel ist optimistisch, dass es nicht so kommt. Der neue GmbH-Geschäftsführer, der weiterhin Handball-Koordinator des Gesamtvereins bleibt, hat am 28. April fristgerecht den Lizenzantrag bei der Handball-Bundesliga (HBL) eingereicht. Dort wird der Etat für die am 23. August startende Saison mit 530 000 Euro (70 000 davon in Sachleistungen) angegeben.

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Große Sprünge kann ein Zweitligist damit nicht machen. "Aber die zwölf Feldspieler und zwei Torhüter, die wir momentan unter Vertrag haben, sind damit ebenso bezahlbar wie die organisatorischen Kosten", sagt Tobias Plaz, Mannschaftskapitän und Marketingbeauftragter in Personalunion. Um den Kader zu vergrößern - auf der "Wunschliste" stehen laut Björn Barthel noch ein Allrounder und ein Abwehrchef - "müssen wir zusätzliche Einnahmen erzielen. Vielleicht fällt uns das als Zweitligist jetzt leichter", sagt Plaz. Um so mehr freut er sich, dass der bisherige Hauptsponsor, die RheinLand Versicherungsgruppe, "die Zusammenarbeit um zwei Jahre verlängert hat. Das bringt uns eine gewisse Kontinuität und Planungssicherheit." Dafür rückt deren Namenszug zentral auf die Trikotbrust, das Bayerkreuz wandert wie in der Vergangenheit nach unten - wohl ein Entgegenkommen dafür, dass in Leverkusen "wohlwollend bemerkt worden ist, dass der Handball in der Außendarstellung wieder positiv besetzt ist", sagt Lisson.

Dass soll nach dem Aufstieg so bleiben. "Natürlich wird es sehr schwer, in der Zweiten Liga zu bestehen", weiß Tobias Plaz, "aber wir werden unserer spielerischen Linie treu bleiben und weiter auf den Nachwuchs setzen." Damit der weiterhin aus eigenen Quellen gespeist werden kann, haben sich die Dormagener etwas Neues einfallen lassen: Die Handballer, von der Zweiten Liga bis zum Unterbau, firmieren künftig als die "Wieselfamilie". "Das passt zu unserer Spielphilosophie", sagt Plaz, "auch Wiesel sind mutig, flink, wendig und zeigen hohen kämpferischen Einsatz."

Passend dazu gibt es unterschiedliche "Wieselpakete", in die sich Unterstützer einkaufen können. Und neben dem Euro für den Kinderschutzbund wird künftig von jeder Eintrittskarte ein Euro für die Handballjugend abgezweigt. "Denn nur wenn die stark ist, können wir uns die Zweite Liga überhaupt leisten", sagt Plaz. Klingt auch anders als der Geist, der früher am Höhenberg herrschte.

(NGZ)