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Tsv Bayer Dormagen: "Wir freuen uns auf das Spitzenspiel"

Tsv Bayer Dormagen : "Wir freuen uns auf das Spitzenspiel"

Die einen dürfen nicht aufsteigen, die anderen wollen nicht. Trotzdem freuen sich sowohl die Handballer des TSV Bayer Dormagen als auch des Leichlinger TV auf das Spitzenspiel der Dritten Liga West morgen ab 19 Uhr im TSV-Sportcenter.

Es könnte das Handballspiel des Jahres zwischen Köln und Kleve werden morgen Abend: Schließlich trennen den TSV Bayer Dormagen als Tabellenzweiten nur zwei Punkte von Spitzenreiter Leichlinger TV, der ab 19 Uhr im TSV-Bayer-Sportcenter gastiert.

Doch zum ganz großen Handballfest fehlt das berühmte Tüpfelchen auf dem i. Denn zwischen beiden Kontrahenten geht es — im Dreikampf mit dem mit Dormagen punktgleichen VfL Edewecht — zwar um den Meistertitel in der Dritten Liga West, aber nicht um den Aufstieg in die Zweite Liga: Die Gastgeber dürfen nicht, weil ihr "Vorgängerklub" DHC Rheinland Insolvenz angemeldet hatte. Und die Leichlinger bestätigten Mitte der Woche, was in der Gerüchteküche schon länger heiß gehandelt wurde — sie wollen nicht.

"Auf unserer außerordentlichen Gesellschafterversammlung sind wir zu dem Entschluss gekommen, auch im Falle einer sportlichen Qualifikation keine Lizenz für die Zweite Liga zu beantragen und damit auf ein Aufstiegsrecht oder Teilnahme an Relegationsspielen zu verzichten", sagt Frank Lorenzet, Manager und Trainer der "Pirates" und führt neben wirtschaftlichen ("es ist uns nicht gelungen, eine adäquate Etaterhöhung zu realisieren") weitere Gründe ins Feld: "Es geht nicht nur ums Geld, sondern auch um die Infrastruktur", sagt Lorenzet und verweist auf die Schwierigkeiten, "sich mit einer Schulsporthalle mit Vereinen zu messen, die vor 2- bis 4000 Zuschauern in Multifunktionsarenen spielen." Lachender Dritter von Aufstiegsverbot und -verzicht könnte der VfL Edewecht werden — gäbe es da nicht hartnäckige Gerüchte, auch die Norddeutschen hätten kein Interesse am Sprung in die Zweite Liga.

Jörg Bohrmann ficht das alles nicht an: "Wir freuen uns unheimlich auf dieses Spitzenspiel", sagt der Trainer des TSV Bayer Dormagen, "das ist der ganzen Mannschaft anzumerken." Dass seine Schützlinge, die am letzten Spieltag (11. Mai) in Edewecht gastieren, zum "Zünglein an der Waage" im Titelrennen werden könnten, spiele dabei "überhaupt keine Rolle. Dass wir vier Spieltage vor Schluss mit einem Sieg punktgleich zum Tabellenführer aufschließen können, das ist doch das Tolle an dieser Konstellation," sagt Bohrmann, "damit hat doch zu Saisonbeginn überhaupt keiner gerechnet."

Ob es tatsächlich dazu kommt, daran hat er allerdings leichte Zweifel: "Wir sind klarer Außenseiter. Leichlingen steht zu Recht da oben, die sind doch durchgängig mit Spielern besetzt, die über Erst- und Zweitliga-Erfahrung verfügen — und das auf vielen Positionen doppelt", sagt der TSV-Trainer und denkt dabei insbesondere an den Ex-Dormagener Matthias Aschenbroich im rechten Rückraum und Linksaußen Jens-Peter Reinarz (Bergischer HC).

Die Routine und eine gewisse rustikale Gangart gaben denn auch im Hinspiel den Ausschlag für den 38:33-Sieg des LTV. "Aber wir haben schon da lange mitgehalten und uns seitdem weiter entwickelt", sieht Bohrmann den TSV nicht von vorneherein als chancenlos an, "zumal wir unbekümmert aufspielen können." Das können die Leichlinger seit der Entscheidung der Gesellschafterversammlung jetzt auch, auch wenn Lorenzet sagt: "Ich will auf jeden Fall Meister werden."

(NGZ/rl)