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Tsv Bayer Dormagen: Wer das verliert ist erst mal weg vom Fenster

Tsv Bayer Dormagen : Wer das verliert ist erst mal weg vom Fenster

Morgen um 18 Uhr treffen TSV Bayer Dormagen und Wilhelmshavener HV zum Verfolgerduell der Dritten Handball-Liga aufeinander.

Eigentlich wäre alles angerichtet für ein großes Handballfest, schließlich stehen sich in TSV Bayer Dormagen und Wilhelmshavener HV nicht nur zwei Klubs mit langjähriger Erstliga-Erfahrung, sondern auch der Tabellenzweite und -dritte der Dritten Liga West gegenüber.

Doch es gibt zwei Haken an der Sache, die im Lager der Gastgeber die Festtagsstimmung trüben. Da ist zum einen der ungewöhnliche Termin: Weil heute Abend im TSV-Bayer-Sportcenter karnevalistisch geschunkelt wird, weil noch dazu am Totensonntag bis 18 Uhr Sportverbot herrscht, wird die Partie morgen erst um 18 Uhr angepfiffen. "Ich hoffe, dass trotzdem jede Menge Leute kommen und uns unterstützen", sagt TSV-Trainer Jörg Bohrmann – Neusser Bürger haben übrigens im Rahmen der Kommunenaktion freien Eintritt.

Moralische Unterstützung von den Rängen können der Handball-Lehrer und seine Schützlinge auch gut gebrauchen. Denn, und das ist der zweite und gravierende Stimmungskiller bei den Dormagenern: Bohrmann muss morgen weiterhin auf vier Stammkräfte verzichten. "Schade", sagt der 45-Jährige, "es wäre schön gewesen, in ein solches Spiel mal mit der Bestbesetzung zu gehen." Am härtesten treffen ihn und den TSV natürlich die Ausfälle ihrer Rückraumschützen Simon Ernst (Meniskus-OP) und Dennis Marquardt (Muskelfaserriss), deren Fehlen sich vor allem in der Defensive bemerkbar macht. Und während Linksaußen Sebastian Damm schon seit Saisonbeginn mit den Nachwehen einer Schulteroperation auf Eis liegt, fällt jetzt auf der anderen Seite Peter Strosack mit einer Entzündung des Herzmuskels aus. Dazu ist Moritz Preuss nach seiner langen Pause "erst bei dreißig Prozent angelangt", sagt Bohrmann über den Kreisläufer, der ebenso wie Simon Ernst gleich nach dem Spiel zur Teambildung-Maßnahme der Junioren-Nationalmannschaft abreist.

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Doch Jammern ist Bohrmanns Sache nicht: "Wir müssen da jetzt durch. Wir haben gut trainiert und wir werden uns ganz bestimmt nicht von vorneherein geschlagen geben", sagt der frühere Bundesliga-Linksaußen. Das wäre auch fatal. Denn wer die morgige Auseinandersetzung verliert, dürfte erst einmal weg vom Fenster sein im Kampf um Meistertitel und Aufstieg in die Zweite Liga, hätte er dann – vorausgesetzt, TuS Ferndorf gewinnt heute Abend gegen TV Korschenbroich – doch bereits fünf Punkte Rückstand auf den Tabellenführer. "Fünf Punkte sind schon eine Hausnummer", weiß Bohrmann, "die aufzuholen wird angesichts der konstanten Leistungen der Ferndorfer schwierig." Die Dormagener Handball-Welt ginge davon freilich nicht unter: "Wir haben von Anfang an gesagt, unser Ziel ist ein Platz unter den ersten Fünf. Und da sind wir trotz immensen Verletzungspechs voll im Soll."

Den morgigen Gegner um Ex-Nationalspieler Oliver Köhrmann hält er "vom Spielerischen her für das stärkste Team der Liga. Ferndorf hat vielleicht etwas mehr individuelle Klasse." Und im Gegensatz zu ihm kann sein Wilhelmshavener Kollege Christian Köhrmann seine Bestbesetzung ins Rennen schicken. Dafür haben die Bohrmann-Schützlinge den größeren Rückhalt – falls genügend Fans kommen.

(NGZ)