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DHC Rheinland: Überragender Vortmann blamiert die Löwen

DHC Rheinland : Überragender Vortmann blamiert die Löwen

Viel fehlte nicht, und das mindestens acht Millionen Euro teure Starensemble der Rhein-Neckar Löwen hätte sich gestern Abend beim insolventen Schlusslicht der Handball-Bundesliga bis über beide Ohren blamiert: Nur der nach 35 Minuten für Ex-Nationaltorhüter Henning Fritz eingewechselte Markus Rominger, vor vier Wochen als Ersatz für den am Knie operierten polnischen Vize-Weltmeister Slawomir Szmal reaktiviert, und eine höchst einseitige Regelauslegung der Unparteiischen Martin Harms und Jörg Mahlich zugunsten der Gäste bescherten dem Tabellendritten den schmeichelhaften 27:24-Sieg (Halbzeit 15:10) beim DHC Rheinland.

Nach 49 Minuten lag vor 2376 Zuschauern eine Sensation in der Luft: Da hatten die unermüdlich kämpfenden Dormagener einen zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand bis auf einen Treffer (20:21) verkürzt. "Doch dann haben wir in der Schlussphase zu viele freie Chancen vergeben", ärgerte sich ein ansonsten rundum zufriedener Trainer Kai Wandschneider über den einzigen Wermutstropfen des gestrigen Abends – das Endergebnis. Allein fünf Mal scheiterten seine Schützlinge zwischen der 50. und 57. Minute am eingewechselten Löwen-Schlussmann.

Trotzdem stand Markus Rominger (38) klar im Schatten von Jens Vortmann: Der 23-Jährige bot mit 16 Paraden seine beste Leistung, seit er vor anderthalb Jahren von den Füchsen Berlin ins Rheinland gewechselt war. "So gut habe ich noch nie gehalten", bilanzierte Vortmann, der dabei auch von einer guten Deckungsleistung seiner Vorderleute profitierte, die vor allem den sonst oft im Dutzend erfolgreichen Kreisläufer Bjarte Myrhol gut im Griff hatten.

Im Angriff überzeugte vor allem das Sorgenkind der letzten Wochen, Hannes Lindt. Der einzig verbliebene Linkshänder im Rückraum, am Mittwoch in Hamburg wegen schwacher Leistung schon früh auf die Bank beordert, wurde mit sechs Treffern zum besten Torschützen des DHC. Hätten nicht seine Gegenstücke auf der anderen Rückraumseite, Bartosz Konitz und Fabian Böhm (je 1), einen rabenschwarzen Tag mit vielen technischen Fehlern erwischt gehabt, der DHC hätte Rominger und den Schiedsrichtern zum Trotz eine Siegchance gehabt. "Aber wir können nur gewinnen, wenn bei uns alle ihre Leistung bringen", meinte Max Holst, der bei sich selbst im zweiten Spiel nach langer Krankheitspause "noch ein paar Prozent" vermisste. So reichte es nicht zu – angesichts des Zwangsabstiegs ohnehin bedeutungslosen – Punkten, wohl aber zum Zugewinn von jeder Menge Respekt.

(NGZ)