Tsv Bayer Dormagen: TVK steht im Kreisduell unter Druck

Tsv Bayer Dormagen : TVK steht im Kreisduell unter Druck

In der Tabelle der Dritten Liga West trennen den TV Korschenbroich und den TSV Bayer Dormagen sechs Plätze und neun Punkte. Dennoch erwarten beide Trainer heute Abend in der Waldsporthalle ein Kreisduell "auf Augenhöhe".

Ein Gutes hat das Ausscheiden der deutschen Handballer im WM-Viertelfinale ja: Die Fans im Rhein-Kreis können sich heute Abend ganz auf das Lokalduell der Dritten Liga West zwischen dem TV Korschenbroich und dem TSV Bayer Dormagen konzentrieren.

Denn das — Anpfiff ist um 20 Uhr in der Korschenbroicher Waldsporthalle — hat es vor allem aus Sicht der Gastgeber in sich: Eine weitere Heimniederlage würde den TVK ganz tief in den Abstiegsstrudel stürzen. Wo der Zweitliga-Absteiger in den Augen von Jörg Bohrmann jedoch nicht hingehört: "Die haben sich sehr gut weiterentwickelt", sagt der Dormagener Trainer über den heutigen Gegner, "auch wenn der Tabellenplatz das nicht unbedingt aussagt."

Fakt ist: Als der TVK am 15. September das Hinspiel nach ebenso kuriosem (zur Pause hieß es 18:10 aus Sicht der Gäste) wie dramatischen Verlauf mit 29:28 für sich entschied, hatte er 5:1 Zähler auf seinem Konto. Seither sind nur noch neun Pluspunkte hinzugekommen. Der TSV, der mit 2:4 startete, sammelte im gleichen Zeitraum deren 21. Daraus eine Favoritenrolle für sein Team abzuleiten, hält Jörg Bohrmann für falsch: "Das wird ein Duell auf Augenhöhe, in dem die Tagesform entscheidet."

Einen Vorteil reklamiert der Bayer-Trainer jedoch für sich: "Wir stehen überhaupt nicht unter Druck. Das trifft eher auf den TVK zu." Denn mit dem Abstiegskampf werden es die Dormagener nach menschlichem Ermessen nicht mehr zu tun bekommen — und in den um den nur drei Punkte entfernten Platz eins einzugreifen, sei nicht das Ziel, sagt Bohrmann: "Es geht nicht um Tabellenplätze, es geht darum, dass sich jeder einzelne und auch die Mannschaft weiterentwickelt." Entsprechend locker könne der TSV heute Abend ins Spiel gehen, auch wenn der Trainer sagt: "Die Heimniederlage hat natürlich weh getan. Es wäre schon schön, uns dafür zu revanchieren."

Ganz ähnlich sieht es Ronny Rogawska: "Gegen eine Wiederholung des Ergebnisses hätte ich nichts einzuwenden", sagt der Däne auf der Korschenbroicher Bank, dessen Lebenspartnerin am Sonntag eine gesunde Tochter zur Welt brachte — weshalb Rogawska die unglückliche 29:33-Niederlage beim Wilhelmshavener HV nur daheim am Liveticker erlebte. Ihn vertrat Kai Faltin, und der Sportliche Leiter schöpft aus der Leistung beim neuen Tabellenführer Mut: "Mit dieser Moral und diesen spielerischen Fortschritten sehe ich uns gut gerüstet für das Kreisduell." Das auch eines der vielen Querverbindungen zwischen den Spielern ist: Die Korschenbroicher Marcel Leclaire und Daniel Mestrum standen einst in Dormagener Diensten, umgekehrt Dennis Marquardt — trifft auf seinen jüngeren Bruder Björn, der seine Bänderdehnung im Fuß auskuriert hat — Robin Doetsch und Markus Breuer in denen des TVK.

Möglich, dass noch ein weiterer "Ex" dazukommt: In der Szene hält sich jedenfalls hartnäckig das Gerücht, Christoph Gelbke, einst in Diensten von TSV und TVK, würde doch aus der Rumpftruppe des TuS Wermelskirchen nach Korschenbroich wechseln. "Das ist uns egal, wir konzentrieren uns in erster Linie auf uns selbst", sagt Jörg Bohrmann, verhehlt aber auch nicht, "dass das Ganze bestimmt eine hochemotionale Angelegenheit wird." Das sieht auch Rogawska so: "Ich mag Lokalduelle, sie versprechen eine besonders tolle Atmosphäre und intensiven Handball." Nicht auszudenken, wenn da auch noch Deutschland gegen Slowenien gespielt hätte.

(NGZ/ac)