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Tsv Bayer Dormagen: TSV-Youngster führen Wetzlar zeitweise vor

Tsv Bayer Dormagen : TSV-Youngster führen Wetzlar zeitweise vor

Nur ein Kraftakt in den Schlussminuten rettete Handball-Bundesligist HSG Wetzlar den 35:22-Sieg in Dormagen. Gästetrainer Kai Wandschneider hatte viel Lob für die Nachwuchstruppe des TSV parat.

Die schöpferische Pause, die Kai Wandschneider zwischen seinem Abschied aus Dormagen und dem Beginn seines Engagements bei der HSG Wetzlar einlegte, hat dem Handball-Lehrer offensichtlich gut getan: "Ich bin deutlich ruhiger geworden", meint der 53-Jährige, "früher wäre ich bei so einer Vorstellung meiner Mannschaft ausgeflippt."

Stattdessen verfolgte er am Dienstagabend mit stoischer Ruhe und verschränkten Armen, wie seine Schützlinge im ersten Auftritt nach der Weihnachtspause nur um Haaresbreite an einer handfesten Blamage vorbeischrammten: Nur ein Kraftakt in den Schlussminuten und zwei Fernwürfe des bosnischen Nationalspielers Adnan Harmandic in das wegen des Einsatzes von Simon Ernst als siebtem Feldspieler leere Dormagener Tor bescherten dem Erstligisten den schmeichelhaften 35:32-Sieg (die NGZ berichtete) über den Drittligisten, der an diesem Abend keineswegs zwei Klassen schlechter war als der Tabellenneunte der "stärksten Liga der Welt".

Das sah auch Wandschneider so: "Klar haben bei uns die fünf WM-Teilnehmer gefehlt, klar haben wir am Tag vorher erst wieder das Training aufgenommen. Aber der TSV Bayer hat auch richtig gut gespielt." So viel — verdientes — Lob freute naturgemäß Jörg Bohrmann. Der ehemalige Dormagener Jugendtrainer gab es jedoch postwendend an den ehemaligen Dormagener Cheftrainer zurück: "Das habe ich alles bei dir gelernt."

In der Tat überzeugten die TSV-Youngster — von den 13 eingesetzten Feldspielern waren nur Dennis Marquardt (27) und der gegen seinen Ex-Trainer glänzend aufgelegte Tobias Plaz (30) älter als 22 Jahre — durch Spielwitz und eine erfrischende Respektlosigkeit gegenüber den "großen Namen" auf gegnerischer Seite. Moritz Preuss (5 Tore) gab am Kreis dem Wetzlarer Innenblock manche Rätsel auf, Robin Doetsch (5) traf von Rechtsaußen beinahe nach Belieben. Und von der anderen Seite schossen erst Sebastian Damm (2) und später der gerade erst von einem halbjährigen Costa Rica-Aufenthalt zurückgekehrte Drittliga-Debütant Sebastian Linnemannstöns (8) HSG-Torhüter Nikolai Weber die Bälle regelrecht um die Ohren.

Wandschneider hingegen musste "schweren Herzens" seine drei mitgereisten A-Jugendspieler auf der Bank schmoren lassen. Denn auch wenn der 53-Jährige deutlich ruhiger geworden ist — "gewinnen wollte ich dieses Spiel dann doch."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Handball: TSV Bayer Dormagen - HSG Wetzlar

(NGZ/rl)