Tsv Bayer Dormagen: TSV erhält Lehrstunde in Sachen Cleverness

Tsv Bayer Dormagen: TSV erhält Lehrstunde in Sachen Cleverness

Handball: Der überraschend um Alexander Koke verstärkte TuS Ferndorf setzt sich gestern Abend mit 40:31 in Dormagen durch

Die erste Überraschung wartete auf die 1507 Zuschauer im TSV-Bayer-Sportcenter gestern Abend bereits vor dem Anpfiff der ersten Drittliga-Partie dieser Saison: Zweitliga-Absteiger TuS Ferndorf lief mit dem kurzfristig verpflichteten Alexander Koke im Rückraum auf.

Und der Ex-Dormagener hatte nach seiner Einwechslung in der elften Minute wesentlichen Anteil daran, dass am Ende einer intensiv geführten Autaktpartie die zweite Überraschung auf der Anzeigetafel stand. Denn die Gäste setzten sich auch in dieser Höhe verdient mit 40:31 (Halbzeit 19:15) durch und zeigten dem Meister der vergangenen Saison erst einmal die Grenzen auf.

Der limitierende Faktor für die Schützlinge von Trainer Jörg Bohrmann ist ihre mangelnde Cleverness. Der inzwischen 34 Jahre alte Alexander Koke ist das beredte Beispiel dafür. Bis TuS-Trainer Erik Wudtke, mit dem ihn eine gemeinsame Bundesliga-Vergangenheit bei MT Melsungen verbindet, den Mittelmann aufs Parkett schickte und der die Anbindung an seine neuen Nebenleute gefunden hatte, waren die Hausherren durchaus ebenbürtig, führten nach 16 Minuten zu Recht mit 10:8.

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Doch Koke, im Verbund mit dem nicht weniger cleveren Ex-Korschenbroicher Simon Breuer, verkörpert genau den Spielertyp, der den Dormagenern (noch) fehlt: Er macht den Ball schnell, wenn der Bedarf dafür da ist, er hält das Spielgerät, wenn diese Taktik sinnvoller erscheint. Und genau gegen Gegner mit solchen Akteuren hat sich der TSV bereits in der vergangenen Spielzeit schwer getan. Die Folge: Die Gäste drehten die Begegnung schon vor der Pause mit einem 9:2-Lauf innerhalb von zehn Minuten und nahmen so einen 19:15-Vorsprung mit in die Kabine. Eine Viertelstunde nach Wiederanpfiff schien es, als ob die Partie doch noch kippen könnte: Dormagen hatte sich, auch durch eine offensivere Deckung, wieder bis auf 23:26 herangekämpft. "Doch dann haben wir wieder viel zu einfache Fehler gemacht", meinte Trainer Jörg Bohrmann, der sich in seiner Einschätzung bestätigt sah, "dass unser Ziel, ein Platz unter den ersten Fünf, keine Tiefstapelei ist." Um selbst den zu erreichen, "wartet noch viel Arbeit auf uns", sagt Bohrmann.

Das gilt vor allem für die Deckung, die im Verbund mit den schwachen Torhütern viel zu löchrig war. "Eine Deckung? Habe ich nicht gesehen", brachte Handball-Koordinator Björn Barthel das Defizit auf den Punkt und schlussfolgerte: "Es kann nur besser werden." Bohrmann hatte dazu auch die passenden Zahlen parat: 19 Gegentreffer durch Gegenstöße fingen sich seine Schützlinge gestern Abend ein, "auf der anderen Seite haben wir 27 Bälle verloren", bilanzierte der TSV-Trainer. Was seinen Kollegen zu der Erkenntnis brachte: "So hatten wir uns das Spiel nicht vorgestellt." Ein Abend der Überraschungen, in jeder Hinsicht.

(NGZ)
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