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Tsv Bayer Dormagen: TSV begeistert beim Sieg im Spitzenspiel

Tsv Bayer Dormagen : TSV begeistert beim Sieg im Spitzenspiel

1132 Zuschauer sehen am Sonntagabend eine begeisternde Vorstellung von Handball-Drittligist TSV Bayer Dormagen, der das Spitzenspiel gegen den Wilhelmshavener HV allen Personalnöten zum Trotz verdient mit 30:29 für sich entscheidet.

Es war 19.42 Uhr am Sonntagabend, als Pascal Blos per Mikrofon die "Humba" anstimmte im TSV-Bayer-Sportcenter. Das erledigte der 17-Jährige genauso engagiert und souverän wie zuvor seinen Job als vorgezogener Störenfried in der offensiven Deckung des TSV Bayer Dormagen, mit der die Gastgeber im Spitzenspiel der Dritten Liga vor 1132 Zuschauern dem angesichts der Personalsituation als Favorit angereisten Wilhelmshavener HV den Schneid abkauften.

Am Ende einer von beiden Seiten unglaublich intensiv geführten Partie stand ein verdienter 30:29-Sieg (13:12) für die Hausherren auf der Anzeigetafel, mit dem sich der Vorjahresmeister zunächst einmal als alleiniger Verfolger von Tabellenführer TuS Ferndorf etabliert hat. Und selbst dessen Trainer war angetan von der ebenso spannenden wie hochklassigen Auseinandersetzung am Sonntagabend: "Dormagen holt das Maximum aus seinen personellen Möglichkeiten heraus", meinte Erik Wudtke zur Pause.

Da führten die Gastgeber mit 13:12, und viele fürchteten angesichts des kräftezehrenden Abwehrsystems, das Jörg Bohrmann als taktischen Schachzug für das Spitzenspiel ausgewählt hatte, einen "Einbruch" nach der Pause. Doch der Taktikfuchs auf der Bayer-Bank hatte vorgesorgt und früh seine ohnehin überraschende Anfangsformation (mit Frederic Rudloff im Angriff) durchgewechselt. Neben Pascal Blos kam so in Florian Feindt ein zweiter Spieler aus dem A-Jugend-Bundesligateam zu seinem Drittliga-Debüt, und der noch lange nicht im Vollbesitz seiner Kräfte befindliche Moritz Preuss sorgte am Kreis für Entlastung des immer stärker werdenden Alexander Kübler.

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So blieb das Spiel eng, so blieb das Spiel umkämpft. Und bis auf ein Mal, als Sebastian Maas einen Gegenstoß zum 16:15 verwandelte (34.), waren die Hausherren immer in leichter Vorlage, ohne sich freilich entscheidend absetzen zu können, denn auch zwei Führungen mit jeweils drei Toren Unterschied (22:19, 47., 25:22, 54.) schmolzen wieder dahin. Auf der Gegenseite gelang den Gästen nur noch einmal der (25:25, 56.) ein Gleichstand.

Was für WHV-Trainer Christian Köhrmann einen einfachen Grund hatte: "Unsere 23 Fehlwürfe, davon einige frei vor dem Torhüter, der sicherlich stark gehalten hat. Und wenn du 23 Fehlwürfe hast, kommst du in Dormagen nicht in die Nähe eines Punktes." Doch damit machte es sich der ehemalige Bundesliga-Profi zu einfach. Der bisherige Tabellendritte scheiterte nämlich nicht allein an dem glänzend aufgelegten Sven Bartmann (15 Paraden) und daran, dass sein eigener Schlussmann Christoph Dannigkeit (8 Paraden) diesem auch nicht annähernd das Wasser reichen konnte. Wilhelmshaven scheiterte vielmehr an der vor allem vor der Pause zu behäbigen Spielweise im Positionsangriff. Und Wilhelmshaven scheiterte daran, dass die Dormagener am Sonntagabend einen Tick "heißer" waren als die Gäste.

"Wir haben uns unglaublich gut auf dieses Spiel vorbereitet — und das dann unglaublich gut umgesetzt", meinte Mannschaftskapitän Tobias Plaz, der als einzig erfahrener Rückraumspieler erneut Verantwortung übernahm und zusammen mit Alexander Kübler (beide 6) bester Feldtorschütze war. Der fand "das Spiel einfach nur unglaublich geil", kein Wunder, bekam ihn die Deckung der Gäste doch nie in den Griff, während deren wesentlich wuchtigerer und routinierter Kreisläufer Georg Auerswald weitgehend abgemeldet war. Warum der TSV den entscheidenden Tick heißer war, verriet Jörg Bohrmann auf seine unnachahmliche Art: "Nach den ganzen Ausfällen haben wir uns gesagt: Wir können herumweinen oder wir können hart arbeiten." Wofür sich seine Schützlinge entschieden haben, war an der Anzeigetafel nachzulesen.

(NGZ)