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Tsv Bayer Dormagen: TSV Bayer rettet sich über die Ziellinie

Tsv Bayer Dormagen : TSV Bayer rettet sich über die Ziellinie

Das Niveau der "besten ersten Halbzeit dieser Saison" konnten die Handballer des TSV Bayer Dormagen nicht bis zum Schlusspfiff halten. Doch nach dem 31:30-Sieg über den OHV Aurich rücken sie auf Rang zwei der Dritten Liga vor.

Einen Trost durfte der OHV Aurich mit auf die Heimreise nehmen: Der Ostfriesische Handball-Verein bleibt der Zuschauerkrösus der Dritten Liga West. Denn die 1612 Besucher, die zum "Spieltag der Vielfalt" ins TSV-Bayer-Sportcenter gekommen waren, reichten nicht an die Saisonbestmarke von 1740 heran, die die Norddeutschen eine Woche zuvor im Lokalderby gegen den Wilhelmshavener HV aufgestellt hatten.

Ein schwacher Trost. Denn die Punkte musste der OHV den Himmelsstürmern des TSV Bayer Dormagen überlassen, die mit dem 31:30 (Halbzeit 19:13) nicht nur das achte Spiel in Folge ungeschlagen überstanden, sondern dank der 21:26-Niederlage des Leichlinger TV in Wilhelmshaven auch auf den zweiten Tabellenplatz vorrückten.

Bei eben diesen Leichlingern sind die Dormagener am Freitag (20 Uhr, Smidt-Forum) zu Gast. Trainer Jörg Bohrmann, sonst eher ein zurückhaltender Charakter, schickte dem Nachbarklub schon mal eine Kampfansage über den Rhein: "Die sollen sich warm anziehen. Wir sind heiß auf dieses Spiel." Doch um dort zu bestehen, müssen Bohrmann und seine Schützlinge ein paar Lehren aus dem Samstagabend ziehen.

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Die erste und wichtigste: So schwer es einem Trainer auch fällt, eine Formation auseinander zu reißen, die sich gerade in einen Rausch gespielt hat — Bohrmann wird nicht umhin können, früher zu wechseln, Leistungsträgern wie Simon Ernst und Dennis Marquardt eine Pause zu gönnen. "Die Jungs waren Mitte der zweiten Halbzeit einfach platt", lautete seine Begründung, weshalb ein eigentlich schon abgehaktes Spiel noch zu kippen drohte, nachdem die Hausherren nach der "besten ersten Halbzeit dieser Saison" (Bohrmann) und einer verdienten 19:13-Pausenführung die Schlussviertelstunde mit 7:11 verloren.

"Angesichts dieser ersten Halbzeit geht der Dormagener Sieg in Ordnung", gab zwar OHV-Trainer Dusko Bilanovic zu. Doch Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann, bislang nicht unbedingt als scharfer Handball-Analytiker in Erscheinung getreten, brachte die Sache auf den Punkt: "Am Ende hat man rote Backen bekommen, ob es noch zum Sieg reicht." Schließlich waren die Gäste sechs Minuten vor Schluss wieder bis auf einen Treffer herangekommen, nachdem ihr zwischenzeitlich abgemeldeter Ex-Nationalspieler Jan-Henrik Behrends (13/4) Tore die dritte Luft bekommen hatte. "Zwei Minuten länger und wir hätten das Ding verloren", zeigte der beim TSV für Kommunikation zuständige Rainer Lisson, von Haus aus Fußballer, dass er inzwischen 'was von Handball versteht.

Zweite Erkenntnis: Gegen erfahrene Truppen wie die Friesen sollte Bohrmann die bei eigener Unterzahl stets praktizierte Taktik des "siebten (respektive sechsten) Feldspielers" nur dosiert anwenden. Vor allem sollte der (meist Jarno Pusch) nur den Ball verteilen und nicht selbst Richtung Tor drängen — zwei Mal ging das schief, zwei Mal zirkelte Aurich (ein Mal ihr kurzbehoster Torhüter Patrick Anders) den Ball ins Dormagener Gehäuse.

Und drittens: Ohne Torhüter sind Handballspiele nur schwer zu gewinnen. Kein Zufall, dass die einzige Phase, in der einer der beiden Dormagener (Matthias Broy) ein paar Bälle hielt, jene war, in der die Hausherren von 9:9 auf 19:13 davon zogen. Das reichte diesmal zum Sieg. Immer wird es das nicht tun.

(NGZ/rl)