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Tsv Bayer Dormagen: TSV Bayer geht ohne Druck ins Schlagerspiel

Tsv Bayer Dormagen : TSV Bayer geht ohne Druck ins Schlagerspiel

Für Dormagens Trainer Jörg Bohrmann ist der heutige Gastgeber Leichlinger TV der Top-Favorit der Dritten Handball-Liga West.

Einen Sieger hat das Spitzenspiel der Dritten Liga West schon vor dem Anpfiff heute um 20 Uhr: den Kassierer des Leichlinger TV. Denn die "Pirates" rechnen mit einem ausverkauften Smidt-Forum, wie die Sporthalle Am Hammer heißt. "Es wird rappelvoll", sagt Frank Lorenzet, Trainer, Manager und Geschäftsführer des LTV in Personalunion, "ich kann jedem nur raten, früh zu kommen."

Schließlich bietet die Halle offiziell nur 599 Zuschauern Platz, einen Wert, den die Leichlinger in dieser Spielzeit noch nicht erreichten — und das, obwohl sie als selbst- und von der Konkurrenz ernannter Aufstiegsfavorit in die Saison gegangen sind. Für Jörg Bohrmann sind sie das immer noch, auch wenn die "Pirates" nach elf Spieltagen punktgleich mit seinen Schützlingen auf Tabellenrang drei liegen: "Doch die sind auf jeder Position doppelt besetzt, und das fast nur mit Spielern, die Erst- oder Zweitliga-Erfahrung haben", sagt der Trainer des TSV Bayer Dormagen.

Das gilt vor allem für Linksaußen Jens-Peter Reinarz, im Sommer vom Bergischen HC gekommen, Torhüter Stefan Nippes (TuSEM Essen) und Matthias Aschenbroich (zuletzt TV Emsdetten), der auch schon beim TSV unter Vertrag stand. In der Dormagener Nachwuchsschule groß geworden ist Mittelmann Arthur Giela.

Ihrem Anspruch sind die Leichlinger bislang nur bedingt gerecht geworden: Einem etwas holprigen Start mit einem Unentschieden in Rheinhausen (31:31) und einer Niederlage in Wermelskirchen (24:26) folgten zwar sechs Siege in Folge.

Doch am Samstag gab es vor 1950 Zuschauern in der Nordfrost-Arena mit der 21:26-Niederlage beim Wilhelmshavener HV einen empfindlichen Rückschlag: "Das war eine ganz schlechte Leistung, davon kann sich kein Spieler ausnehmen", sagte Lorenzet und leitet daraus ab: "Ich erwarte nun natürlich eine Reaktion meiner Mannschaft."

Das wiederum könnte den Gästen in die Karten spielen: "Wir können ganz ohne Druck aufspielen", sagt Bohrmann, der zu diesem Saisonzeitpunkt "höchstens einen einstelligen Tabellenplatz", aber nicht Rang zwei für den neu formierten Zweitliga-Absteiger erwartet hatte.

Diese "schöne Momentaufnahme" habe sich die Mannschaft jedoch "durch gute Arbeit in den vergangenen Monaten" redlich verdient. Was ihn skeptisch stimmt mit Blick auf heute Abend, ist die Tatsache, "dass uns durch die Verletzungen von Alexander Kübler und Frederic Rudloff zwei unserer ohnehin nur wenigen Spieler mit einer gewissen Erfahrung fehlen. Das macht sich vor allem in der Abwehr bemerkbar."

Lorenzet sieht eine weitere Schwachstelle der Gäste im direkten Vergleich: zwischen den Torfposten. "Dominik Formella war nach seinem Bänderriss noch nicht richtig fit, Matthias Broy hat erst nach dem Spiel gesagt, dass er Rückenbeschwerden hat", relativiert Bohrmann den eher schwachen Auftritt seines Torhüterduos beim 31:30 gegen Aurich. Insgesamt fällt die Bewertung der Trainer unterschiedlich aus: "Der LTV ist klarer Favorit", sagt Bohrmann, "wir sind sicherlich nicht der Top-Favorit in diesem Spiel", sagt Lorenzet.

(NGZ/rl)