TSV Bayer Dormagen: Dem Aufstieg folgt die Feier

Handballer des TSV Bayer Dormagen : Auf den Aufstieg folgt die Feier

TSV Bayer Dormagen will sich morgen mit einem Sieg aus der 3. Handball-Liga West verabschieden - und mit Freibier für die Fans.

TSV Bayer Dormagen will sich am Samstag mit einem Sieg aus der 3. Handball-Liga West verabschieden - und mit Freibier für die Fans.

Der HSV Hamburg feierte am Dienstag mit 3570 Fans den Aufstieg in die Zweite Handball-Bundesliga. Ganz so viele werden es am Samstag sicher nicht, wenn der TSV Bayer Dormagen ab 19 Uhr zum Saisonfinale gegen die Bundesliga-Reserve des VfL Gummersbach im heimischen Sportcenter aufläuft.

Doch Björn Barthel rechnet mit einer vierstelligen Zuschauerzahl, auch wenn die Spielzeit aus sportlicher Sicht für beide Teams längst gelaufen ist. Die Gäste haben den Liga-Verbleib sicher, die Dormagener wollen nach dem Schlusspfiff mit ihren Anhängern die Rückkehr in die Zweite Liga feiern - zu diesem Zweck spendieren die Sünner-Brauerei und die RheinLand-Generalagentur von Andreas Wirtz 100 Liter Freibier. Ein Gewinnspiel mit Dauerkarten für die neue Saison und Musik von DJ ArNo inner- und außerhalb der Halle bilden das Rahmenprogramm.

"Trotzdem ist es wichtig, dass die Jungs das Spiel ernst nehmen", sagt der Handball-Geschäftsführer, "wir wollen die Saison mit einem positiven Ergebnis und für die Fans mit einem positiven Erlebnis ausklingen lassen." Barthel hofft, dass die Spieler nach zuletzt eher durchwachsenen Auftritten "noch einmal das zeigen, wofür der Name TSV Bayer Dormagen steht: schönen, schnellen Handball - jetzt, nachdem der Druck weg ist."

Gestern waren eine Reihe von Spielern in Dormagener Schulen unterwegs, um Werbung für die morgige Partie zu betreiben. Für drei von ihnen wird es das vorerst letzte Pflichtspiel im Bayer-Trikot sein: Mannschaftskapitän Alexander Kübler wechselt zum Leichlinger TV, weil er dort Handball und berufliche Anforderungen besser unter einen Hut zu bekommen glaubt. Was die anderen machen, steht noch nicht fest: Beim Portugiesen Nuno Carvalhais zog der Verein die Option, den im vergangenen Sommer abgeschlossenen Vertrag bereits nach der Hälfte der ursprünglichen Laufzeit zu beenden, bei Jan Hüfken lief der Vertrag ohnehin am Saisonende aus.

Nach der schon zum Rückrundenstart bekannt gegebenen Verpflichtung von Joshua Reuland - kommt ebenso wie Mittelmann Benjamin Richter vom Lokal- und Ligarivalen Longericher SC - und trotz der Abgänge von Hüfken und Sebastian Linnemannstöns (studienbedingt nach Reutlingen) sieht Barthel keinen Bedarf, auf der Linksaußenposition nachzulegen: "In Joshua Reuland bekommnen wir einen erstklassigen Außen, und in Tyron Hartmann haben wir ein Back-up aus der eigenen Jugend."

Wie viele Neuzugänge es neben Rückraum-Hüne Heider Thomas vom Zweitligisten HC Rhein Vikings und den beiden Longerichern letztlich geben wird, kann Barthel noch nicht abschätzen: "Das hängt vom sportlichen Bedarf, aber auch von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Wir werden auf keinen Fall ein finanzielles Risiko eingehen", stellt der Handball-Geschäftsführer klar. Ausschlaggebend sei nicht zuletzt der menschliche Faktor: "Die Spieler müssen zueinander passen. Nur wenn wir als geschlossene Mannschaft auftreten, haben wir vielleicht eine Chance, den wirtschaftlichen Wettbewerbsnachteil auszugleichen und fünf Konkurrenten hinter uns zu lassen", sagt Barthel. Entsprechend schwierig sei die Aufgabe für das aus den Ex-Profis Joachim Kurth und Tobias Plaz sowie dem jahrzehntelang als Trainer und Trainerausbilder tätigen Walter Haase bestehende Kompetenzteam: "Sie sind schon seit Wochen dabei, Dutzende von Spielern zu sichten, die für uns in Frage kommen", verrät Barthel.

Doch das ist Zukunftsmusik. Erst einmal soll am Wochenende gefeiert werden: Am Samstagabend im Sportcenter, am Sonntagvormittag beim Bürgerschützenverein (BSV) Dormagen und ab 12.30 Uhr im Rahmen des Frühlingsfestes vor dem Rathaus, wo die Mannschaft für den Aufstieg geehrt wird. Am Nachmittag werden aus Spielern dann Fans - sie wollen sie B- und C-Jugendlichen bei ihren Spielen um die Deutsche bzw. Westdeutsche Meisterschaft unterstützen. Und am Sonntagabend fliegt ein Teil des Teams nach Mallorca. Eine offizielle Mannschaftstour gibt es nicht, "das ist bei einem Team mit so vielen Schülern, Studenten und Auszubildenden nicht drin", sagt Barthel.

(NGZ)