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DHC Rheinland: Trainer hofft noch mal auf "Vollgas"

DHC Rheinland : Trainer hofft noch mal auf "Vollgas"

Mit der Partie gegen den SC Magdeburg heute ab 19.45 Uhr verabschiedet sich der Dormagener HC Rheinland in heimischer Halle aus der Handball-Bundesliga. Insolvenzverwalter Dirk Andres ist nach der Gläubigerversammlung guter Dinge, dass es in der Zweiten Liga weitergeht

Vor dem vorerst letzten Bundesliga-Heimspiel heute Abend gegen den früheren Champions League-Sieger SC Magdeburg regiert beim Dormagener HC Rheinland das Prinzip Hoffnung: Trainer Kai Wandschneider hofft, dass seine Schützlinge "noch einmal sechzig Minuten Vollgas geben." Und Insolvenzverwalter Dirk Andres hofft, seine Tätigkeit bis zum 10. Juni beenden zu können. Diese Frist hat die Handball-Bundesliga gesetzt: Nur wenn das Insolvenzplanverfahren bis zum diesem Termin ordnungsgemäß abgeschlossen ist, erhält der DHC die Lizenz für die Zweite Liga, sonst muss er in die Regionalliga absteigen.

Mit der gestrigen Gläubigerversammlung scheint der Düsseldorfer Rechtsanwalt diesem Vorhaben einen Schritt näher gekommen zu sein: "Die Gläubigerversammlung ist gut gelaufen", erklärte sein Pressesprecher Thomas Feldmann auf Anfrage unserer Zeitung, "die überwiegende Mehrheit hat dem Plan zugestimmt." Allerdings, räumt er ein, sei die Zustimmung nicht einstimmig gewesen. Nach NGZ-Informationen sollen es ausgerechnet Spieler beziehungsweise deren Berater sein, die der vorgeschlagenen Quote nicht zugestimmt haben. "Die Mehrheit reicht aus, um das Verfahren zu einem Abschluss zu bringen", ist Feldmann überzeugt und kündigt für heute eine Stellungnahme des Insolvenzverwalters an.

Wandschneider hofft, dass sich etwaige neue Turbulenzen nicht auf die Konzentration seiner Spieler auswirken: "Im Training am Mittwoch waren jedenfalls alle sehr konzentriert, das ist gut gelaufen." Schließlich würde sich der 51-Jährige nach zehneinhalb Jahren auf der Dormagener Bank nur allzu gerne mit einem Sieg "von unserem ebenso fantastischen wie leidensfähigen Publikum" verabschieden. Dass dieses Unterfangen schwer genug wird, ist ihm auch jenseits aller Verunsicherung bewusst: "Magdeburg ist für mich die positive Überraschung dieser Saison", sagt er über den heutigen Gegner, der als Tabellensiebter mit 42:22 Punkten die Qualifikation für den EHF-Europapokal bereits sicher hat. "Für unsere tollen Fans und die Stadt ist dieser Erfolg ein Geschenk, der uns zeigt, dass wir auf dem Wege sind, wieder eine sehr gute Adresse im deutschen Handballsport zu werden", erklärte SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt nach dem 35:27-Sieg über Lübbecke.

Trainer Frank Carstens, vor dieser Saison aus Hannover nach Magdeburg gewechselt, muss heute allerdings auf die Verletzten Yves Grafenhorst, den Ex-Dormagener Kjell Landsberg und Torhüter Gerrie Eijlers verzichten. "Die sind auch so verdammt stark", macht sich Wandschneider nichts vor, wem heute die Favoritenrolle zufällt und denkt bei dieser Einschätzung vor allem an "den Weltklasse-Kreisläufer" Bartosz Jurecki und an Rechtsaußen Robert Weber. Der Österreicher führt mit 234 Treffern, davon 99 Siebenmetern, die Torjägerliste der Bundesliga an. In Gestalt der Rückraumspieler Jure Natek (137) und Fabian van Olphen (114) stehen noch zwei Magdeburger in der Liste der besten 20 Feldtorschützen. Zum Vergleich: Bester Feldtorschütze des DHC ist Kentin Mahé mit 99 Treffern, bester Werfer Max Holst mit 109 Toren, davon 61 Siebenmetern.

(NGZ)