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TSV Bayer Dormagen: "Spiel des Jahres" für TSV

TSV Bayer Dormagen : "Spiel des Jahres" für TSV

Frowin Fasold ist kein Fantast. Natürlich ist ihm sehr wohl bewusst, dass die Chancen der von ihm trainierten A-Jugend-Handballer des TSV Bayer Dormagen auf den Einzug ins Finale der Deutschen Meisterschaft nach der deutlichen 25:38-Niederlage im Hinspiel bei den "Jungfüchsen" Berlin äußerst gering sind.

"Diese 13 Tore aufzuholen, ist nahezu unmöglich." Und trotzdem ist für ihn und seine Mannschaft das Rückspiel heute am frühen Abend im TSV-Bayer-Sportcenter (Anpfiff 17 Uhr) "das Spiel des Jahres. Wir freuen uns darauf".

Der von Bob Hanning gecoachte Nachwuchs des Erstligisten Füchse Berlin ist das Maß der Dinge in dieser Altersklasse und könnte sich in dieser Saison zum vierten Mal hintereinander den Titel holen. In der regulären Spielzeit brachte der Klub aus Reinickendorf 44:0 Punkte auf sein Konto und fertigte dabei auch den SC Magdeburg (gewann Pfingsten in Neuss das Turnier um den Quirinus-Cup) mit 32:25 und 32:21 ab. Im ersten Duell mit Dormagen hatte Kapitän Paul Drux aus dem linken Rückraum 16 Tore (!) erzielt, doch als "One-Man-Show" sieht Hanning seine Schützlinge keineswegs. "16 Tore sind stark, aber er ist auch 16 Mal ideal bedient worden." Die Ankündigung des Füchse-Managers, "wir werden auch das Rückspiel zu 100 Prozent ernst nehmen", klingt darum fast schon wie eine Drohung.

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Seine Spieler haben jedenfalls verstanden. "Klar, nach dem Hinspiel waren wir überglücklich", sagt Rechtsaußen Willi Weyhrauch, der mit den Füchsen bereits dreimal Meister geworden ist. "Keiner hatte damit gerechnet, dass wir so hoch gewinnen würden. Aber wir wissen, dass noch nichts entschieden ist."

An das Handballwunder vermag indes selbst Fasold nicht so recht zu glauben. Der Auftritt der Füchse vor heimischem Publikum hat Dormagens Coach mächtig beeindruckt: "Wir sind im Hinspiel auf eine unfassbar starke Berliner Mannschaft gestoßen", sagt er, "die wäre für uns an diesem Tag selbst dann nicht zu schlagen gewesen, wenn alle ihr Leistungsmaximum erreicht hätten". Probleme bereitete dem Titelverteidiger nur Moritz Preuss, der für den TSV vom Kreis acht Treffer markierte.

Die Flinte vorzeitig ins Korn zu werfen, ist freilich Fasolds Sache nicht: "Wir wollen zeigen, dass auch Berlin schlagbar ist. Und im Handball, speziell im Jugendhandball, ist vieles möglich ..." Dazu erinnert er an das zweite Relegationsspiel zur Ersten Bundesliga am 14. Juni 2006 gegen den Erstliga-Sechszehnten Wilhelmshavener HV, als Bayer vor 2400 Zuschauern im ausverkauften Sportcenter mit dem 34:24-Erfolg um ein Haar die 22:32-Niederlage vom Hinspiel wettgemacht hätte. Letztlich fehlte dem TSV damals ein winziges Törchen.

(NGZ/rl/gre)