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DHC Rheinland: Schicksal hängt am seidenen Faden

DHC Rheinland : Schicksal hängt am seidenen Faden

Die für Freitag geplante Pressekonferenz sagte der Dormagener HC Rheinland kurzfristig ab. Die Zukunft des Handball-Bundesligisten ist nach Informationen der NGZ höchst ungewiss. Doch auch Abstiegskonkurrent HSG Ahlen-Hamm steckt in argen Finanznöten.

Alfred Gislason weiß, wie dem deutschen Handball nach dem WM-Debakel in Schweden zu helfen ist: In einem Interview mit den "Kieler Nachrichten" plädiert der Trainer des Deutschen Meisters THW Kiel für eine Verkleinerung der Bundesliga.

Durchaus möglich, dass es damit ganz schnell gehen könnte. Denn wie vor zwei Jahren, als mit TuSEM Essen, Stralsunder HV und HSG Nordhorn gleich drei Klubs die Liga aus finanziellen Gründen verlassen mussten, stehen auch jetzt wieder Bundesligisten am Rande des finanziellen Kollaps.

Darunter wohl auch der Dormagener HC Rheinland. Eine für Freitag angesetzte Pressekonferenz sagte der Tabellenletzte kurzfristig ab. Es "deuteten sich neue Entwicklungen an", so die Begründung von Pressesprecher Detlev Zenk. Geschäftsführer Heinz Lieven möchte sich vorab zu den Gründen nicht äußern, verweist darauf, dass er bereits vor zwei Wochen im Interview mit unserer Zeitung (NGZ vom 22. Januar) auf die finanziell schwierige Lage hingewiesen habe.

Offensichtlich hat die von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Kreis-Sportdezernent Jürgen Steinmetz unterstützte Rettungsaktion von 250 Briefen an Unternehmen aus dem Rhein-Kreis bis jetzt nicht die erhoffte Wirkung gehabt. Der DHC leidet dabei unter der Insolvenz der HR Commitment, die unter anderem den Hallennamen des TSV-Sportcenters erwarb und insgesamt 350 000 Euro zum Etat von 1,6 Millionen Euro beisteuern wollte, davon allerdings wohl keinen Cent überwiesen hat. Die Hälfte der fehlenden Summe, so Lieven vor zwei Wochen, sei von einem Sponsor, der nicht genannt werden möchte, aufgebracht worden.

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Die verbleibende Lücke könnte dazu führen, dass der DHC, der in der WM-Pause in Person von Bartiosz Konitz und Oliver Tesch zwei neue Spieler verpflichtete und dafür Arni Thor Sigtryggsson an Zweritligisten TV Bittenfeld abgab, die Spielergehälter nicht mehr zahlen kann. Welche Konsequenzen Lieven daraus zieht, ist offen: Von der Insolvenz über den freiwilligen Rückzug bis zur Freistellung der Spieler erscheint alles denkbar. Die Wechselfrist endet am 15. Februar.

In ähnlich gravierenden Finanzproblemen scheint Abstiegskonkurrent HSG Ahlen-Hamm zu stecken. Der Tabellenvorletzte ließ am Donnerstag Torhüter Martin Ziemer, beim 26:24-Sieg über den DHC Anfang Dezember mit 17 Paraden der Sieggarant für den Aufsteiger, zum direkten Konkurrenten HBW Balingen-Weilstetten ziehen. Ausschlaggebend, so Trainer/Manager Kay Rothenpieler, sei die "aktuell schwierige wirtschaftliche Lage". Der Wechsel sei "ein Schritt, uns zu stabilisieren."

Finanzielle Probleme scheint es auch bei anderen Handball-Bundesligisten (TBV Lemgo, TV Großwallstadt, HSG Wetzlar) zu geben. Durchaus denkbar, dass sich Gislasons Vorschlag bald von selbst realisiert.

(NGZ)