DHC Rheinland: Ratka ist trotz Sieg nicht zufrieden

DHC Rheinland : Ratka ist trotz Sieg nicht zufrieden

Auch nach dem zweiten Sieg über einen hoch gehandelten Gegner war Richard Ratka nicht zufrieden mit der Leistung des DHC Rheinland: "Wir dürfen uns nicht so viele Undiszipliniertheiten und Konzentrationsschwächen leisten", bemängelte der neue Trainer nach dem 32:24 über Bittenfeld.

Die Fans feierten auf den Rängen, die Spieler tanzten auf dem Parkett. Nur der neue Mann auf der Trainerbank entsagte sich der allgemeinen Euphoriewelle, die am Freitagabend durch das Dormagener Sportcenter schwappte: "25 Minuten lang war das okay", zog Richard Ratka nach dem 32:24-Sieg des DHC Rheinland über den TV Bittenfeld, dem zweiten über einen hoch gehandelten Gegner in der neuen eingleisigen Zweiten Liga, Bilanz, "aber was danach kam, darf sich nicht wiederholen."

Florian Korte, hier gegen die Emsdettener Kvalvik (r.) und Thünemann, taf drei Mail bei der 28:29-Niederlage des TV Korschenbroich. Foto: H, Zaunbrecher

Was dem 47-Jährigen sauer aufstieß, waren "zu viele Undiszipliniertheiten" im Deckungsverbund und "zu viele Konzentrationsschwächen" im Angriff. Die summierten sich in einer ausgeglichenen zweiten Halbzeit (14:14), nachdem die Hausherren vor 1504 Zuschauern Durchgang eins fast nach Belieben dominiert und nach 29 Minuten eine zweistellige Tordifferenz (18:8) herausgeworfen hatten.

Den Einwand, dass es abzusehen war, dass seine Spieler das Niveau der ersten dreißig Minuten nicht auf Dauer würden halten können, wischte Ratka beiseite: "Das müssen wir aber, wenn wir in dieser Liga bestehen wollen."

Es passt in das Bild, das der neue Mann auf der Bank nach zehneinhalb Jahren Kai Wandschneider abgibt: "Knallhart und ehrgeizig auch im Training", urteilen seine Schützlinge über den Ex-Nationalspieler. Bestes Beispiel: Am Samstagmorgen, zwölf Stunden nach dem Schlusspfiff, bat Ratka schon zur nächsten Übungseinheit. "Das Training ist härter als vorher", sagt Michael Wittig, einer von nur fünf "Überlebenden" aus dem letztjährigen Erstligakader.

Dem 21-Jährigen, der unter Wandschneider meist Bankdrücker blieb, scheint das gut zu tun: In Sachen Deckungsarbeit hat der Kreisläufer. Jetzt hofft er auf mehr Spielanteile in der Offensive. Die könnten kommen, weil die anderen auf dieser Position, Bastian Arnaud und Dennis Szczesny, nach zwei Spieltagen bereits mit sechs beziehungsweise acht Strafminuten auf der Sünderliste verzeichnet stehen.

Die insgesamt sieben Zeitstrafen gegen den DHC steckten die Dormagener am Freitagabend wesentlich besser weg als eine Woche zuvor in Hamm. "Am Spiel in Unterzahl haben wir auch viel gearbeitet in dieser Woche", freute sich Ratka über den Lerneffekt. Wie er überhaupt findet, "dass wir noch eine Mange zu lernen haben. Aber das ist bei dieser neu zusammen gestellten Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von unter 24 Jahren auch kein Wunder."

Einer der "Routiniers", der gerade 29 Jahre alt gewordene Jendrik Meyer, ist erstaunt, wie gut der Zusammenschluss bereits funktioniert hat: "So schnell hatte ich das nicht erwartet", sagt der neue Mann zwischen den Pfosten, der mit 31 Paraden in den ersten beidenPartien nicht unwesentlichen Anteil an den Siegen hatte. Was unweigerlich den Mahner auf der Bank auf den Plan ruft: "Es werden Rückschläge kommen", sagt Ratka, "und dann wird sich zeigen, wie die Mannschaft damit umgeht."

(NGZ)