DHC Rheinland : Meyer schlägt Bauer

Das Duell zwischen dem DHC Rheinland und dem TV Neuhausen war vor allem ein Duell zweier Torhüter. Der Neu-Dormagener Jendrik Meyer hatte am Ende gegenüber dem Ex-Korschenbroicher Thomas Bauer die Nase vorn

Für Herbert Genzer stand es schon nach fünf Meisterschaftsspielen fest: "Das ist der beste Dormagener Torhüter seit Andreas Thiel und Dieter Bartke." Was da noch wie ein leicht verfrühtes Kompliment aus dem Mund des langjährigen Betreuers klang, der mit dem Neuanfang des DHC Rheinland seinen x-ten Handballfrühling erlebt, lässt sich inzwischen statistisch untermauern: 137 gegnerische Würfe hat Jendrik Meyer in seinen acht Zweitligaspielen abgewehrt, seit er vom TSV Hannover-Burgdorf ins Rheinland wechselte.

Das sind 17 Paraden pro Spiel, was sich durchaus mit dem Etikett "überdurchschnittlich" versehen lässt. Zwei mehr waren es am Freitagabend beim Dormagener 25:22-Sieg im Duell mit dem bis dahin noch ungeschlagenen TV Neuhausen. Das vor 1689 Zuschauern auch zu einem Zweikampf der Torhüter wurde. Denn Thomas Bauer, der österreichische Nationalkeeper, dessen Deutschland-Karriere vor zwei Jahren zwischen den Pfosten des TV Korschenbroich begann, drückte nach seiner Einwechslung nach 16 Minuten für einige Zeit der Partie seinen Stempel auf: Bis zur Pause scheiterten die Dormagener sechs mal an dem extrovertierten 25-Jährigen, der jede gelungene Parade wie einen meistertitel feiert.

Die Folge: Die Hausherren, die beim 9:8 erstmals in Führung gegangen waren und damit den Torwartwechsel auf Seiten der Gäste einleiteten, gerieten bis zum Halbzeitpfiff (11:12) wieder ins Hintertreffen. "Wir haben uns jede Menge sehr gute Chancen erarbeitet, sie aber nicht 'reingemacht", monierte DHC-Trainer Richard Ratka. Solche Spiele gehen normalerweise verloren. Dass das am Freitagabend nicht der Fall war, lag zu einem großen Teil an Jendrik Meyer. Seinen neun Paraden in den letzten 20 Minuten standen nur fünf von Thomas Bauer gegenüber. "Und wichtig ist, was du hinten 'raus hältst", hatte der viel zu früh verstorbene Dieter Bartke schon immer gesagt.

Meyer selbst wollte seinen Part nicht überbewerten: "Unsere Deckung steht sehr gut, das macht es einem als Torhüter einfacher", verteilt er ein Lob an seine Vorderleute, das Ratka so pauschal nicht übernehmen möchte: "In der Anfangsphase hat unser Innenblock zu oft geschlafen."

Spätestens nach 52 Minuten war das Torhüter-Duell dann endgültig entschieden: Da überwand Jendrik Meyer den einmal mehr zu weit vor seinem Gehäuse herumturnenden Thomas Bauer mit einem weiten Abwurf und brachte die Dormagener erstmals mit vier Toren (21:17) in Front. Und als Ratkas junge Garde am Ende nicht zum ersten Mal den Kopf verlor und der zwischenzeitlich auf 24:19 (56.) angewachsene Vorsprung bedenklich schrumpfte, retteten wieder zwei Meyer-Paraden in den letzten neunzig Sekunden den Sieg. "Hinten kackt die Ente", lautet noch so eine der alten Torhüter-Weisheiten. Die auch 2011 immer noch Gültigkeit besitzt.

(NGZ)