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DHC Rheinland: Leidenschaft besiegt Legionäre

DHC Rheinland : Leidenschaft besiegt Legionäre

Handball-Bundesligist Dormagener HC Rheinland hat sich eindrucksvoll unter den Lebenden zurückgemeldet: Mit unbändigem Kampfgeist und einer gehörigen Portion Spielwitz besiegte er gestern MT Melsungen mit 31:24.

Die letzten Sekunden am gestrigen Abend wurden zur Höchststrafe für Michael Roth: Erst musste der Trainer des Handball-Bundesligisten MT Melsungen mit ansehen, wie Michael Allendorf vom Siebenmeterpunkt an Daniel Schlingmann scheiterte – der 20-Jährige hütet sonst das Tor des TuS Wermelskirchen in der Dritten Liga. Und im Gegenzug donnerte Dennis Szczesny das Spielgerät zum Endstand von 31:24 in die Maschen des Melsunger Gehäuses – der Schüler des Dormagener Handball-Internats ist gerade 17 geworden.

Treffender lässt sich das "Handballwunder" des gestrigen Abends nicht beschreiben, das 2295 Zuschauer im Sportcenter am Höhenberg (darunter nicht ein Gästefan) schier aus dem Häuschen geraten ließ: Mit 31:24 (Halbzeit 15:13) wies der insolvente Tabellenletzte aus Dormagen die mit mehr als dem dreifachen Etat ausgestatteten Melsunger auch in dieser Höhe vollauf verdient in die Schranken und zog die hessische Legionärstruppe wieder bis an den Haarschopf in den Abstiegssumpf zurück.

"Entweder gewinnen oder blamieren", hatte Michael Roth als Motto des ungleichen Vergleichs ausgegeben. Und kam zu dem Schluss: "Meine Mannschaft hat sich fürs Blamieren entschieden." Damit traf der Melsunger Trainer, der bei der 24:28-Hinspielschlappe noch bei der HSG Wetzlar auf der Bank gesessen hatte, den Nagel auf den Kopf. Schließlich mussten die Dormagener neben den mentalen Tiefschlägen der vergangenen Tage auch noch das Fehlen der abgewanderten Vitali Feshchanka, Kristian Nippes (beide saßen mit versteinerten Mienen auf der Tribüne, Nippes nicht einmal im Kreise seiner Ex-Kollegen) und Sigurbergur Sveinsson (verlor zur gleichen Zeit mit Hannover-Burgdorf 25:27 gegen Großwallstadt) sowie der verletzten oder erkrankten Maciej Dmytruszynski (Muskelfaserriss in der Wade), Max Holst und Michael Wittig verkraften.

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Sie taten das bravourös. "Wir wollten zeigen, was für eine geile Mannschaft wir sind", umschrieb Kentin Mahé das neue Wir-Gefühl auf Seiten der Rheinländer. Das gleich nach acht Minuten in eine 5:2-Führung mündete. Was anfänglich wie ein Betriebsunfall aussahe, wurde mehr und mehr zum Alptraum für Michael Roth, dessen Truppe auch zwischenzeitliche Führungen (9:8, 22.; 16:15, 34.; 22:21, 48.) nicht in die Erfolgsspur verhalfen. Dank Neueinkauf Bartosz Konitz, dem endlich auch mal die so genannten "leichten" Tore aus dem Rückraum gelangen, und der besten Saisonleistung von Michiel Lochtenbergh drehten die Hausherren den Spieß immer wieder um. Am Ende stand nicht nur der vierte Saisonsieg, sondern auch der höchste, auf der Anzeigetafel.

(NGZ)