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DHC Rheinland: Kommentar: Totgeweihte leben länger

DHC Rheinland : Kommentar: Totgeweihte leben länger

Die fast drei Jahrzehnte währende Geschichte des Dormagener Profi-Handballs ist reich an denkwürdigen Ereignissen. Der Abend des 13. Februar 2011 wird jedoch als eines der denkwürdigsten in die Annalen eingehen: Mit unbändigem Kampfgeist, mit Leidenschaft, aber auch mit Spielwitz wies eine totgeweihte Mannschaft eine mit dem mehr als dreifachen Etat ausgestattete, leblose Legionärstruppe aus Melsungen in die Schranken.

Der DHC Rheinland betrieb mit dem auch in dieser Höhe vollauf verdienten 31:24-Sieg bestes Marketing für sich selbst. "Handball in Dormagen ist etwas, was man mit positiven Emotionen für einen Sponsor verbinden kann", meinte Dr. Dirk Andres nach dem Schlusspfiff, "das hat der heutige Tag gezeigt." Der vorläufige Insolvenzverwalter, der sein erstes Handball-Bundesligaspiel erlebte, machte einen restlos begeisterten Eindruck – nicht die schlechteste Motivation, die wirtschaftliche Gesundung des DHC voranzutreiben. Allerdings macht Andres auch eines deutlich: Es geht nicht ohne weitere Sponsoren.

Die zu finden wird weiterhin die Hauptaufgabe all jener sein, die Spitzenhandball im Rhein-Kreis behalten möchten. Die Spieler haben mit ihren couragierten Auftritten am Mittwoch in Berlin und gestern Abend die bestmöglichen Steilvorlagen geliefert – jetzt sind andere am Zug. Volker Koch

(NGZ)