DHC Rheinland: HSG schiebt DHC Favoritenrolle zu

DHC Rheinland : HSG schiebt DHC Favoritenrolle zu

Eine Spielzeit lang mussten die rheinischen Handballfans auf das heiß geliebte Duell Düsseldorf gegen Dormagen verzichten. Morgen um 17 Uhr stehen sich HSG und DHC erstmals in der eingleisigen Zweiten Liga gegenüber – die Favoritenrolle stört Gästetrainer Richard Ratka dabei nicht

Eine Spielzeit lang mussten die rheinischen Handballfans auf das heiß geliebte Duell Düsseldorf gegen Dormagen verzichten. Morgen um 17 Uhr stehen sich HSG und DHC erstmals in der eingleisigen Zweiten Liga gegenüber — die Favoritenrolle stört Gästetrainer Richard Ratka dabei nicht

Eigentlich waren die Dormagener Handballer mit klarem Ziel und Auftrag in die erste Saison nach dem Zwangsabstieg aus der Bundesliga gestartet — und das lautete schlicht und einfach Ligaverbleib.

Doch nach den zumindest zahlenmäßig überzeugenden Siegen in Hamm (31:24) und über Bittenfeld (32:24) muss sich der DHC Rheinland mit einer neuen Rolle anfreunden: "Alle sehen uns jetzt als Favorit an, aber das macht mir nichts aus", sagt Trainer Richard Ratka, "ob Favorit oder nicht, das interessiert mich nicht. Mich interessiert nur, ob wir gut spielen."

Das soll möglichst morgen ab 17 Uhr der Fall sein, wenn die Dormagener zum immer heißen Duell bei der HSG Düsseldorf auflaufen. Deren Manager, sonst immer für einen flotten Spruch gut, schließt sich dem allgemeinen Rollenspiel an: ""Wir gehen nicht als Favorit in dieses Spiel", sagt Frank Flatten. Nicht ohne gleich hinterher zu schieben: "Aber wir rechnen uns gute Chancen aus, dem Team aus Dormagen Paroli zu bieten."

Das sieht auch sein Trainer so: "Die Jungs freuen sich natürlich auf dieses Derby. Wir haben uns gut vorbereitet und werden uns wie immer zunächst auf unser Spiel konzentrieren", kündigt Ronny Rogawska an. Verzichten muss der Däne weiterhin auf die verletzten Bastian Roscheck und Jan Henrik Behrends. Für Roscheck rückt der nach Rheinhausen "ausgeliehene" Dennis Backhaus an den Kreis.

Die Gäste plagten unter der Woche "ein paar Kleinigkeiten an Fingern und Beinen", sagt Ratka, geht aber davon aus, das sein kompletter Kader zur Verfügung steht. Das, ist der Trainer überzeugt, ist ein Vorteil: "Die meisten Zweitligisten spielen mit sieben, acht Mann durch. Ich versuche, allen Spielanteile zu geben, und das möglichst früh."

Denn so sparen die Leistungsträger Kraft — und das kann am Ende den Ausschlag geben. So wie in Hamm, wo der DHC in der Schlussphase von 23:21 auf 31:24 wegzog. Oder wie gegen Bittenfeld, wo die Dormagener ihren zwischenzeitlich von zehn (18:8, 29.) auf sechs Tore (25:19, 45.) geschrumpften Vorsprung wieder ausbauten.

Das hat Ratka gefallen. Weniger gut gefiel ihm allerdings die Phase dazwischen. "Da waren wir zu lässig, sowohl in der Abwehr als auch im Angriff." Sein Ziel: "Dass wir die Leistung aus der Anfangsphase mindestens 55 Minuten konservieren. Gegen Düsseldorf können wir uns solche Nachlässigkeiten auf gar keinen Fall erlauben." Gefahr sieht er dann im Verzug, wenn sein Kollege den Routiniers eine Pause gönnt und die 18-Jährigen Julius Kühn und Alexander Feld in den Rückraum schickt: "Die dürfen wir nicht unterschätzen, die müssen wir genauso attackieren wie gestandene Zweitligaspieler." Wobei es gelegen kommt, dass seine Abwehr"recken" Daniel Mestrum (am Mittwoch 18 geworden), Dennis Szczesny (17) und Michael Wittig (21) kaum älter sind. Nicht nur mit Blick auf sie sagt er: "Wir sind noch nicht am Ende unserer Entwicklung" — Favoritenrolle hin oder her.

(NGZ/rl)