Lokalsport: "Heute zwei gute Halbzeiten spielen"

Lokalsport: "Heute zwei gute Halbzeiten spielen"

Mit der HSG Krefeld, die sich heute ab 20 Uhr im Bayer-Sportcenter vorstellt, haben die Dormagener Handballer noch eine Rechnung offen. Denn im Hinspiel gab es nach 15:11-Pausenführung mit 26:27 eine von erst zwei Saisonniederlagen.

Morgen ist Altweiber. Die Wellen der Freude und des Frohsinns haben im Vorfeld sogar einen gebürtigen Hamburger wie Ulli Kriebel erfasst. Denn der Trainer des TSV Bayer Dormagen, der an eben diesem Altweibertag 40 Jahre alt wird, sagt auf die Frage, was er in der heutigen Drittliga-Partie gegen die HSG Krefeld anders machen wolle als im Hinspiel: "Zwei gute Halbzeiten spielen."

Da ist 'was Wahres dran. Denn in eben diesem Hinspiel am 22. September 2017 schienen seine Schützlinge dreißig Minuten lang einem mehr oder weniger sicheren Sieg entgegen zu streben: 15:11 führten die Dormagener zur Halbzeit, und so gut wie niemand in der mit 1409 Zuschauern bestens gefüllten Glockenspitzhalle schien in der Pause an eine Kehrtwende zu glauben. Vor allem die Bayer-Handballer nicht. Als den Krefeldern nämlich innerhalb von knapp zehn Minuten der Ausgleich gelang, waren sie nicht mehr in der Lage, den Schalter umzulegen. Die Folge: Mit 26:27 kassierten sie die erste von bisher zwei Saisonniederlagen. "Wir haben da noch eine Rechnung offen", sagt Kriebel deshalb.

Und er weiß auch, weshalb die heute Abend - Anwurf durch die zum EHF-Young-Referee-Project gehörenden Schiedsrichter Christian und David Hannes (Reichshof) ist um 20 Uhr - beglichen werden kann. "Weil wir stabiler geworden sind." Als Beleg dient ihm die jüngste Chaos-Partie gegen die SG Schalksmühle-Halver. Denn beim 28:21-Sieg ließen sich seine Youngster nicht nur nicht von den auch in der Rückschau immer noch unfassbaren Fehlentscheidungen der Unparteiischen beeindrucken. "Immer, wenn es darauf ankam, waren wir voll da", sagt er und meint damit sowohl die erfolgreiche Aufholjagd vor der Pause, als aus einem 8:11-Rückstand eine 15:14-Führung wurde, als auch die Absetzbewegung in der Schlussphase, die aus einem höllisch knappen (21:20) einen zahlenmäßig deutlichen (28:21) Sieg machte.

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In der Tat haben sich die anfangs synchron laufenden Wege der Chemie- und der Seidenstädter getrennt nach jenem 22. September. Dormagen holte seither 23:3 Punkte, bei Krefeld sind es (aus einem Spiel mehr) 18:10. Und auch nach dem Trainerwechsel - Dusko Bilanovic löste den auf eigenen Wunsch zum Jahresende ausgeschiedenen Olaf Mast ab, der inzwischen beim Regionalligisten TV Jahn Wahn angeheuert hat - setzte es zuletzt zwei Niederlagen: ein 25:27 in Schalksmühle, ein 24:25 gegen GWD Minden II. 49 eigene Treffer in zwei Spielen zeigen, dass die Probleme der HSG derzeit in der Offensive liegen, was sicher auch damit zu tun hat, dass beide Außen, die Ex-Korschenbroicher Philipp Liesebach und Max Zimmermann, in beiden Partien wegen Verletzungen fehlten. "Wir fahren als Außenseiter nach Dormagen und haben keinen Druck", sagt Bilanovic, sieht das aber nicht unbedingt als Nachteil an: "Dadurch können wir befreit aufspielen und natürlich wollen wir etwas mitnehmen."

Egal, wie die heutige und die folgenden zehn Partien ausgehen, Bilanovic wird nur bis Ende der Saison auf der Krefelder Bank sitzen und dann von Ronny Rogawska abgelöst. Offenbar nicht die einzige Verstärkung der ohnehin starken Ex-Korschenbroicher Fraktion: Dem Vernehmen nach sollen Torhüter Max Jäger und Linkshänder Erik Hampel - beide auch mal in Dormagen unter Vertrag - ebenfalls zur HSG Krefeld wechseln. Die hat sich zur neuen Saison bereits die Dienste von David Hansen, Top-Torschütze im Rückraum des Leichlinger TV, gesichert.

(NGZ)