DHC Rheinland : Heute geht's zur Filiale

Gut möglich, dass bald noch mehr als nur drei Ex-Dormagener beim heutigen Gegner des DHC Rheinland spielen. Denn auch der VfL Gummersbach wird von finanziellen Sorgen geplagt und muss am Kader sparen.

Es dürfte das für lange Zeit letzte Mittelrhein-Derby der Handball-Bundesliga sein, das heute um 20.15 Uhr von den Unparteiischen Baumgart/Wild in der Gummersbacher Eugen-Haas-Halle angepfiffen wird. Die Gäste vom DHC Rheinland treffen dabei auf ihre "Filiale", schließlich tragen in Person von Adrian Pfahl, Adrian Wagner und Christoph Schindler gleich drei ehemalige Dormagener das Trikot des VfL Gummersbach.

Durchaus möglich, dass es in der kommenden Saison noch mehr werden. Denn den einstigen Rekordmeister aus dem Oberbergischen plagen einmal mehr finanzielle Sorgen, so dass der EHF-Europapokalsieger wohl am Kader sparen muss. Der Wechsel von Torhüter Goran Stojanovic, einem der besten seiner Zunft in der Liga, zu den Rhein-Neckar Löwen steht schon fest. Patrick Wiencek, den viele für das größte Kreisläufer-Talent in Deutschland halten, geht spätestens am Ende der nächsten Saison zum THW Kiel – der VfL hat den gestern 22 Jahre alt gewordenen Ex-Essener deshalb suspendiert und versucht, den Transfer schon früher über die Bühne zu bringen, um mit einer Ablösesumme die klammen Kassen aufzufüllen. Auch dem aus Kiel gekommenen Kreisläufer Igor Anic werden Abwanderungsgelüste nachgesagt, der Franzose Geoffroy Krantz kehrt in seine Heimat zurück.

Weil der VfL die Lücken mit "preiswerten" Nachwuchsspielern füllen will, denkt auch Erfolgstrainer Sead Hasanefendic laut über seinen Abgang nach. Was liegt da näher, als sich wie schon in der Vergangenheit beim alten Mittelrhein-Rivalen zu bedienen? Torhüter Jens Vortmann könnte für die Oberbergischen interessant sein, um so mehr, als der Düsseldorfer Matthias Puhle gestern bei der HBW Balingen-Weilstetten unterschrieb. Max Holst und/oder Kentin Mahé könnten Krantz' Weggang auf der Spielmacherposition kompensieren, Hannes Lindt das "backup" für Adrian Pfahl im rechten Rückraum übernehmen. Und macht Hasanefendic seine Drohungen wahr, wäre auch Kai Wandschneider ein Kandidat – um so mehr, als Mutter und Bruder im Oberbergischen zu Hause sind.

Alles nur Spekulationen, jedoch keine allzu weit hergeholten. Allerdings könnten die Dormagener vom Regen in die Traufe kommen – im Gegensatz zum DHC, der bis zum Insolvenzantrag stets die Gehälter in voller Höhe gezahlt hat, war das in Gummersbach in jüngster und weiterer Vergangenheit nicht immer der Fall.

Heute stehen sich die beiden "Filialen" noch einmal um Punkte gegenüber. Der Reiz des stets brisanten Duells wird durch diese Konstellation noch erhöht. "Wir wollen uns gut präsentieren", verspricht Wandschneider. Das gilt bestimmt für jene Spieler, die beim VfL im Gespräch sein könnten.

(NGZ)