Dormagen : Handballmanager kehrt zurück

Hauptberuflich wirbt Jobst Wierich im Auftrag von Currenta für Industrie-Akzeptanz. Das "Projekt III. Liga" des TSV Bayer Dormagen unterstützt er nun als Projektberater – und kehrt damit an eine alte Wirkungsstätte zurück.

Hauptberuflich wirbt Jobst Wierich im Auftrag von Currenta für Industrie-Akzeptanz. Das "Projekt III. Liga" des TSV Bayer Dormagen unterstützt er nun als Projektberater — und kehrt damit an eine alte Wirkungsstätte zurück.

Am 27. Juni schloss sich für Jobst Wierich (56) ein Kreis. Der Currenta-Mann mit der markanten 50er-Jahre-Brille saß im Info-Pavillon des Chemparks um gemeinsam mit TSV-Verantwortlichen das "Projekt III. Liga" vorzustellen. Einen "Neustart mit komplett neuer Mannschaft" kündigte Wierich für die Handball-Abteilung des TSV Bayer Dormagen an. Sein neuer Job ist es, ehrenamtlich als Projektberater den Handball in Dormagen aus den Niederungen zu lotsen.

Knappes Budget von 200 000

Der Weg mit dem TSV wird nicht leicht. Das Budget von 200 000 Euro ist auch für die dritte Liga knapp bemessen. Doch Wierich kennt den Job: "Ich war von 1986 bis 1992 Handballmanager beim TSV", erzählt er. Auch in der ersten Liga — die Mannschaft erreichte zweimal einen fünften Platz — betreute der gelernte Physiklehrer, der in Köln und Konstanz Sport und Biologie studiert hat und während des Studiums am Leibniz-Gymnasiums arbeitete, das Team.

Dabei fand der 56-Jährige recht spät zum Handball, mit 18 Jahren stieß er zur damaligen A-Jugend-Truppe des TSV. Er wechselte in die Regionalliga. "1982 sind wir dann in die zweite Liga aufgestiegen", erzählt Wierich. Eine schwere Verletzung beendete die Karriere als Handballer jäh. Bei einem Tempogegenstoß wurde er von einem Gegenspieler weggerammt, prallte gegen den Pfosten und brach sich den Oberschenkel.

Im Hauptberuf sieht man ihn um Industrie-Akzeptanz werben. Als Leiter für den Bereich "Public Affairs" bei Currenta ist er Ansprechpartner für Nachbarschaft, Politik und Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO). Einen ähnlichen Ansatz verfolgt er nun auch beim TSV: mit den Stichworten sozial, regional und emotionale will der gebürtige Kölner, dessen Vater Stadtdirektor war, die Dormagener Herzen für den Handball gewinnen. Dass heißt für Jobst Wierich auch, dass das junge Team Präsenz zeigen soll in der Stadt, er spricht von "Spielern zum Anfassen". Der 56-Jährige hofft, dass der Verein mit seiner guten Infrastruktur punkten kann. Er betont dabei die nachhaltige Arbeit, die Bayer im Jugendbereich verrichte. Die hat er selbst als junge Sportler auch genossen. Bei den Olympischen Spielen in München 1972 durfte er als 16-Jähriger als Sparringspartner mitreisen. "Das Geiseldrama haben wir damals hautnah miterlebt", erzählt der heute 56-Jährige, "auch wenn wir selbst nicht im Olympischen Dorf gewohnt haben." Und schon wieder schließt sich ein Kreis in diesen Tagen.

(NGZ/url)
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