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DHC Rheinland: Flinker Außen fährt zweigleisig

DHC Rheinland : Flinker Außen fährt zweigleisig

Mit blitzschnellen Gegenstößen und vier Toren hat Florian von Gruchalla gleich im ersten Heimspiel die Herzen der Dormagener Handballfans erobert. Die können sich vom 22-Jährigen auch massieren lassen

Für zwei Beteiligte ist der nächste Auftritt des DHC Rheinland in der Zweiten Handball-Bundesliga am Sonntag (17 Uhr, Burg-Wächter-Castello in Reisholz) ein besonderer: Richard Ratka, seit Mitte Juni Trainer des Bundesliga-Absteigers, bestritt selber 245 Bundesliga-Spiele für TuRu und HSG Düsseldorf, saß sechseinhalb Jahre bei den Landeshauptstädtern auf der Bank. Und Florian von Gruchalla trug fünf Spielzeiten das Trikot der HSG, bevor er es in diesem Sommer mit dem der Dormagener vertauschte.

Das, sagt der 22-Jährige, hatte auch mit Richard Ratka zu tun: "Nachdem mein Vertrag in Düsseldorf auslief, hat er mich angerufen und vom Konzept des Neuaufbaus überzeugt." Den Ausschlag zum Wechsel auf die linke Rheinseite, auf der der Linkshänder auch groß geworden ist — von Gruchalla stammt aus Kerken und erlernte die handballerischen Grundkenntnisse beim TV Aldekerk — gab dann allerdings die berufliche Komponente: "Ich wollte nicht gänzlich 'raus aus meinem Job", sagt der Masseur und medizinische Bademeister, "denn das ist ein Beruf, in dem sich ständig viel ändert. Wenn du da den Anschluss verlierst, bist du schnell weg vom Fenster."

Da kam die medicoreha ins Spiel, seit 21 Jahren physiotherapeutischer Partner der Dormagener Handballer. Sie bot dem Rechtsaußen genau das, was er gesucht hatte: "Die Möglichkeit, stundenweise an zwei bis drei Tagen pro Woche zu arbeiten." Weil aber im modernen Gesundheitswesen die Einsatzmöglichkeiten für den Masseur klassischer Bauart immer geringer werden, strebt Florian von Gruchalla baldmöglichst eine Weiterbildung zum Physiotherapeuten an. "Weil ich ja schon einen Abschluss habe, dauert die Ausbildung nur anderthalb Jahre — das lässt sich mit dem Handball in der Zweiten Liga vereinbaren", ist der 22-Jährige überzeugt.

Der sich bei seiner Heimpremiere mit vier Treffern, drei davon nach langen Pässen von Torhüter Jendrik Meyer und unglaublich schnellen Antritten seinerseits, in die Herzen der Dormagener Fans spielte. "Es läuft gut", sagt er über die neu zusammengestellte Mannschaft, "ich habe nicht lange gebraucht, um mich einzugewöhnen." Dass er, wie beim Saisonauftakt in Hamm, nicht immer auf der Platte steht, nimmt der Linkshänder nicht krumm: "Tobi hat da eine überragende Partie gespielt", sagt er über Tobias Plaz, seinen sieben jahre älteren Konkurrenten auf Rechtsaußen, den er aber nicht als solchen ansieht: "Ich bin ja auch nach Dormagen gekommen, um von so einem erfahrenen Spieler zu lernen."

Die Partie am Sonntag sei schon etwas Besonderes, gibt Florian von Gruchalla zu: "Das ist es doch immer, wenn es gegen den Ex-Klub geht." Zumal er mit einigen Düsseldorfern noch regen Kontakt hat: "Wir telefonieren regelmäßig." Einen Sieg traut er seinem DHC trotzdem zu, "wenn wir so spielen, wie wir das in Hamm und gegen Bittenfeld getan haben." Dafür ist dann in Gestalt von Richard Ratka der andere Ex-Düsseldorfer zuständig.

(NGZ/rl)