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DHC Rheinland: Entfesselter DHC schlägt Gladiators

DHC Rheinland : Entfesselter DHC schlägt Gladiators

Der Dormagener HC Rheinland hat auch das vierte Heimspiel in Folge, das vorerst letzte in der Handball-Bundesliga, für sich entschieden. Beim 32:27-Sieg über den Tabellensiebten SC Magdeburg Gladiators spielten die Gastgeber vor 2487 Zuschauern wie entfesselt auf

Der Dormagener HC Rheinland hat die TSG Friesenheim und die HSG Ahlen-Hamm endgültig zum Abstieg aus der Handball-Bundesliga verurteilt. Denn nach dem gestrigen 32:27-Sieg über den SC Magdeburg (Halbzeit 17:13), dem fünften vor heimischem Publikum seit Beantragung der Insolvenz am 8. Februar, sind die Dormagener mit jetzt 16:50 Punkten nicht mehr von den beiden hinter ihnen platzierten Mannschaften einzuholen, selbst wenn sie ihre letzten beiden Saisonspiele gewinnen sollten.

Das dürfte auch für Freude bei TV Hüttenberg und GWD Minden sorgen, die sich heute im ersten Relegationsspiel der Zweitliga-Vizemeister gegenüberstehen: Weil Dormagen wegen des laufenden Insolvenzverfahrens als Zwangsabsteiger feststeht, steigt der Sieger dieses Duells direkt auf.

In der Verfassung des gestrigen Abends hätte der DHC Rheinland vor einer erneuten Relegation keine Angst haben müssen. Im letzten Heimspiel unter Regie von Kai Wandschneider und Thomas Dröge, die beide vor dem Anpfiff ebenso wie die als Abgänge feststehenden Kentin Mahé (zum VfL Gummersbach), Hannes Lindt (zu TuSEM Essen), Fabian Böhm (Ziel unbekannt) und Sebastian Linder (Karriereende) von den 2487 Zuschauern mit stehenden Ovationen verabschiedet wurden, knüpften die Dormagener gegen den bereits für den EHF-Europapokal qualifizierten Tabellensiebten nahtlos an ihre zuletzt gezeigten Leistungen an, die ihnen die Siege über die Kellerkinder aus Melsungen, Friesenheim, Balingen und Ahlen-Hamm ermöglich hatten. "Ein verdienter Sieg der Dormagener", gab nach Ende der immer hektischer werdenden 60 Minuten auch Gästetrainer Frank Carstens zu. Seine Schützlinge führten nur zwei Mal, beim 1:0 und 2:1 (4.) Danach übernahm ein wie entfesselt aufspielender DHC Rheinland das Kommando und zwang mit seiner 10:5-Führung nach einer Viertelstunde Carstens zur ersten Auszeit. Damit nicht genug, bauten die Hausherren ihren Vorsprung sogar bis auf 17:10 (27.) aus, profitierten dabei auch von den Paraden eines erneut glänzend aufgelegten Jens Vortmann, der am Ende mit 18 gehaltenen Bällen auf dem Spielbericht stand.

Doch schon vor der Pause schlichen sich, vor allem bei Bartosz Konitz und Hannes Lindt, erste Konzentrationsschwächen ein. Die nutzte der SCM, um noch auf 13:17 zu verkürzen. Und als die Gäste acht Minuten nach Wiederbeginn sogar auf 19:20 herangekommen waren, schien die Partie zu kippen. Doch der DHC kämpfte sich zurück in die Partie und hatte beim 26:21 durch einen Gegenstoß von Max Holst (46.) das Glück wieder gedreht. Am Ende feierten die Fans den letzten Heimsieg in der Bundesliga, als wenn der DHC einen Titel gewonnen hätte.

(NGZ)