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DHC Rheinland: Ein unerwartetes Spitzenspiel

DHC Rheinland : Ein unerwartetes Spitzenspiel

Weil dem DHC Rheinland seine acht Pluspunkte erst am Saisonende abgezogen werden, kommt es heute Abend im Dormagener Sportcenter zum Gipfeltreffen des achten Spieltags: Der DHC erwartet als Tabellenzweiter den allein noch ungeschlagenen Dritten TV Neuhausen

Was die Tabelle der Zweiten Liga angeht, herrscht Verwirrung in Handball-Deutschland. Schuld sind die acht Pluspunkte, die dem DHC Rheinland aufgrund des Insolvenzverfahrens aus der vergangenen Saison abgezogen werden. Das Fachblatt "Handballwoche" und der Online-Dienst "handballworld" haben dies bereits getan – in ihren Tabellen werden die Dormagener mit 4:2 Punkten auf Rang 17 gelistet.

Zu Unrecht, wie ein Blick auf die offizielle Seite der "Toyota-Handball-Bundesliga" beweist. Dort steht schwarz auf weiß vermerkt: "Bitte beachten: Dem DHC Rheinland werden nach Ablauf der Spielzeit der Saison 2011/12 acht Pluspunkte abgezogen." Deshalb weist die offizielle HBL-Tabelle (und folglich auch die in unserer Zeitung) die Dormagener mit 12:2 Punkten als Tabellenzweiten aus, von Spitzenreiter GWD Minden nur durch das schlechtere Torverhältnis getrennt.

Statistische Haarspaltereien? Keineswegs. Denn anhand der offiziellen HBL-Tabelle wird die heutige Partie des DHC (Anwurf um 19.45 Uhr im Sportcenter) gegen den TV Neuhausen zum Gipfeltreffen des achten Spieltags, schließlich reisen die Gäste als Tabellendritter (11:1 Punkte) an. Und als einzig noch ungeschlagener Zweitligist (wobei sie ihr Auswärtsspiel beim ThSV Eisenach noch nachholen müssen).

Ein echtes Spitzenspiel also. Ein unerwartetes, glaubt man Richard Ratka: "Jedenfalls, was unseren Part anbetrifft. Das hätte ich vor Saisonbeginn beim Blick auf den Spielplan nicht erwartet." Dass die Gäste, die ihre beiden bisherigen Spielzeiten in der Zweiten Liga Süd jeweils auf Rang acht beendeten, sich in oberen Tabellenregionen festsetzen würden, da schon eher: "Ich habe großen Respekt vor der Mannschaft", sagt der DHC-Trainer, "die haben keine großen Namen, aber die leben vom Kollektiv." Kein Wunder, spielten die meisten Schützlinge des aktuellen TVN-Trainers Markus Gaugisch doch schon zu Jugendzeiten unter dem langjährigen DHB-Jugendtrainer Kurt Reusch zusammen. Zwei von ihnen, Marcel Schiller und Simon Oesterle, warfen 2009 mit der A-Jugend des TVN den Nachwuchs des TSV Bayer Dormagen im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaften aus dem Wettbewerb.

Das soll dem DHC heute nicht passieren: "Wir müssen mit der gleichen Effektivität und genau so wenig Fehlern spielen wie in Rostock", fordert Ratka, denn die "sehr unorthodoxe" 3-2-1-Deckung der Gäste bestrafe jede Nachlässigkeit. Zumal der TVN heute unbeschwert aufspielen kann: "Wir haben nichts zu verlieren", sagt Trainer Gaugisch – um so mehr, als das Prestigeduell mit dem TV Bittenfeld einen hart erkämpften 30:27-Sieg brachte.

(NGZ)