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Tsv Bayer Dormagen: Ein ganz entspannter Handball-Abend

Tsv Bayer Dormagen : Ein ganz entspannter Handball-Abend

Aus einer starken Deckung heraus beherrschte Bayer Dormagen die Duisburger Löwen klar und hätte höher gewinnen können als mit 31:25

Das Torverhältnis interessiert Jörg Bohrmann nur am Rande. Und das hat nicht allein damit zu tun, dass bei Punktgleichheit in der Dritten Liga der direkte Vergleich ausschlaggebend ist. Hohe Führungen nutzt der Trainer des TSV Bayer Dormagen vielmehr, um seinen Nachwuchskräften eine Bewährungsprobe zu verschaffen.

So wie am Samstag gegen die OSC Löwen aus Duisburg. Da standen in der Schlussphase in Florian Feindt und Jo-Gerrit Genz (beide 18), Peter Strosack (19) und Sebastian Linnemannstöns (20) gleich vier Frischlinge auf dem Feld. Weil es denen verständlicherweise noch an Abgebrühtheit und Durchsetzungsvermögen mangelt, schmolz der zwischenzeitliche Zehn-Tore-Vorsprung (29:19, 54.) der Hausherren noch dahin.

Trotzdem nahm der TSV Bayer mit dem 31:25 (Halbzeit 16:9) eindrucksvoll Revanche für das 29:30 vor einem halben Jahr — eine von nur zwei Punktspielniederlagen, die die Dormagener bisher kassiert haben in diesem Kalenderjahr. Damals verspielten sie eine 11:4-Führung — diesmal "hatte ich nie das Gefühl, dass das passieren könnte", sagte ein sichtlich zufriedener Jörg Bohrmann nach der Partie und schob nach: "Ich bin unheimlich stolz auf diese Mannschaft, weil sie so gut umsetzt, was wir uns vorgenommen hatten."

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In der Tat hatten die Dormagener offensichtlich die Lehren aus ihrem kleinen "Zwischentief" beim glücklichen 27:24 in Düsseldorf gezogen. Allen voran Simon Ernst, der fast nach Belieben traf und dazu vor allem mit Pässen an den Kreis auch spielerische Akzente setzte. "Wir haben das Spiel aus einer starken Abwehr heraus gewonnen", analysierte Bohrmann und vermittelte einen tieferen Einblick in die Handballpsychologie: "Und wenn du hinten gut stehst, bekommst du auch das nötige Selbstvertrauen, um vorne zu treffen."

Umgekehrt wird ein Schuh draus, mag sich Jörg Förderer gedacht haben. Denn der Duisburger Trainer vermisste bei seinen Schützlingen "im ersten Durchgang die nötige Aggressivität in der Deckung." Um die zu erhöhen, wechselte sich der 40-Jährige nach der Pause selbst ein. Im Verbund mit dem vom TSV Bayer "ausgeliehenen" Matthias Broy, der für den Ex-Dormagener Matthias Reckzeh zwischen die Torpfosten rückte und mit einem Dutzend Paraden "sensationell gut" (Bohrmann) hielt, reichte das, um den Gästen vor 1036 Zuschauern zumindest die Demütigung einer zweistelligen Niederlage zu ersparen.

Zu mehr reichte es nicht, weil bei den Hausherren viel zusammenpasste — so ersetzte der im bisherigen Saisonverlauf noch nicht recht überzeugende Jonathan Eisenkrätzer den angeschlagenen Dennis Marquardt nach der Pause nahtlos. Zumindest aus heimischer Sicht entwickelte sich so ein recht entspannter Abend — ohne Nickeligkeiten und Aufgeregtheiten, mit solide leitenden Unparteiischen und viel spielerischen Akzenten auf beiden Seiten. Auch so kann Handball sein.

(NGZ)