TSV Bayer Dormagen: "Ein echter Prüfstein für uns"

TSV Bayer Dormagen : "Ein echter Prüfstein für uns"

Mit dem Gastspiel beim OSC Rheinhausen am Samstag beginnen für Handball-Drittligist TSV Bayer Dormagen die "Wochen der Wahrheit. Danach werden wir wissen, wo wir wirklich stehen", sagt Trainer Jörg Bohrmann. Die Partie bedeutet auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

Marcel Wernicke kennt den Gegner aus dem Eff-eff. Als Journalist beim lokalen Fernsehsender Center TV hat der 31-Jährige die meisten Auftritte des TSV Bayer Dormagen in der Dritten Liga durch die Kameralinse verfolgt — ganz zu schweigen davon, dass er selbst von 2000 bis 2007 das Trikot mit dem Bayer-Kreuz auf der Brust getragen hat.

Auch für Matthias Reckzeh ist das Team, das sich am Sonntag um 16 Uhr in der Sporthalle Krefelder Straße in Duisburg-Rheinhausen vorstellt, kein unbekanntes: So oft es geht, sitzt der Torhüter des OSC Rheinhausen bei den Heimspielen seines ehemaligen Klubs — der 38-Jährige stand von 1994 bis '96 und dann wieder von 2003 bis 2009 beim TSV zwischen den Pfosten — auf der Tribüne.

Und in Gestalt des Sportlichen Leiters Mirko Bernau — der inzwischen 37 Jahre alte Ex-Nationalspieler hilft bei personellen Engpässen der Duisburger immer mal wieder auf dem Spielfeld aus — steht noch ein dritter Ex-Dormagener in Diensten des OSC Rheinhausen — Bernau spielte von 1996 bis 2001 im Bayer-Dress.

Allein deshalb ist das Duell der ehemaligen Erstligisten — Dormagen liegt mit 16 Spielzeiten im Oberhaus auf Rang 14 der "ewigen Tabelle", Rheinhausen folgt mit deren fünf auf Platz 33 — nichts alltägliches in der Dritten Liga West, zumal die Kontrahenten noch etwas in ihrer Vereinsgeschichte eint: Beide haben reichlich Erfahrung mit finanziellen Problemen und dem hässlichen Wort namens "Insolvenz".

Und als wäre das alles nicht genug, kommt noch die tabellarische Konstellation hinzu: Dormagen ist Vierter mit 11:5 Punkten, Rheinhausen Siebter mit 9:7 Zählern — nur der Sieger wird sich als Verfolger des Spitzentrios Wermelskirchen, Leichlingen und Edewecht etablieren können. "Ein echter Prüfstein für uns", sagt deshalb TSV-Trainer Jörg Bohrmann vor dem Startschuss für die "Wochen der Wahrheit": Mit Ausnahme der TSG Bielefeld treffen seine Schützlinge bis zur Weihnachtspause nur noch auf vermeintliche oder tatsächliche Spitzenteams der Liga.

Deshalb kommt ihm die kurze Pause nach dem sonntägigen Gastspiel sehr gelegen: "Die Jungs waren zuletzt ein bisschen müde, das ist unserer Spielweise mit dem sehr hohen Tempo geschuldet." Fit für morgen sind trotzdem alle, und auch bein den Gastgebern, die sich unter der Woche mit 43:25 im Verbandspokal gegen den TV Kettwig (Verbandsliga) durchsetzten, hat sich das Lazarett gelichtet. War Spielmacher Mirko Szymanowicz schon am vergangenen Wochenende wieder dabei, als der OSC mit dem 20:27 in Wilhelmshaven seine erste Niederlage auf dem Parkett bezog, soll auch Kreisläufer Damian Janus morgen sein Comeback nach Nasenbeinbruch feiern.

Dass den Gastgebern zwei Punkte "am grünen Tisch" abgezogen wurden (die NGZ berichtete), kommt Jörg Bohrmann gar nicht gelegen: "Die werden jetzt so richtig heiß sein." Als wäre die Partie nicht so schon brisant genug.

(NGZ/ac)
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